Rüstungssparte treibt Geschäft
Rheinmetall mit mehr Gewinn

Der Autozuliefer- und Rüstungskonzern Rheinmetall hat im ersten Quartal 2006 den Umsatz und Gewinn leicht gesteigert. Dies ist vor allem Zuwächsen bei der Rüstungssparte zu verdanken. Nun soll auch der Konzentrationsprozess in der Rüstungsbranche maßgeblich vorangetrieben werden.

HB BERLIN/DÜSSELDORF. „Rheinmetall hat ein starkes Interesse, nicht als Zuschauer dabei zu sein, sondern in der Spitze mit zu gestalten“, sagte Vorstandschef Klaus Eberhardt am Dienstag in Berlin auf der Hauptversammlung. Spruchreif sei aber noch nichts.

„Das weltpolitische Szenario läuft eher für Rheinmetall“, sagte Eberhardt zu den Aussichten des Rüstungsgeschäfts. Er sei sicher, dass im kommenden Jahr die Politik die Entscheidung für den Schützenpanzer „Puma“ treffen werde. Er bezifferte das erwartete Auftragsvolumen des „Marder“-Nachfolgers auf 410 Stück und über drei Mrd. Euro. Die Düsseldorfer produzieren den „Puma“ in dem mit Krauss-Maffei Wegmann geführten Gemeinschaftsunternehmen PSM. Das Verteidigungsministerium hatte die beiden Firmen zu einer engen Zusammenarbeit gedrängt.

In Medienberichten war immer wieder über einen Zusammenschluss der Unternehmen spekuliert worden. „Es gibt heute nichts Neues zu sagen“, betonte Eberhardt vor den Aktionären. Priorität habe aber eine Neuordnung des deutschen Marktes, ehe man dann aus einer „Position der Stärke“ heraus europäisch agieren sollte. Dennoch sei man auch jetzt schon gut beraten, den Blick über die Grenzen in Europa zu werfen, sagte Eberhardt.

Die Rüstungssparte, sonst in der ersten Jahreshälfte traditionell eher schwach, sorgte dafür, dass der Konzern mit 20 000 Beschäftigen im Zeitraum von Januar bis Ende März einen höheren Gewinn als im Vorjahr verbuchte. So stieg der Konzerngewinn auf 17 (13) Mill. Euro, wobei Rheinmetall auch von einer niedrigeren Steuerquote profitierte. Die Rüstungssparte steigerte ihren Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf drei (Vorjahr: eine) Mill. Euro. Im Automobilbereich stagnierte das Ebit hingegen bei 32 Mill. Euro. Rheinmetall bekräftigte, für 2006 einen stabilen Gewinn und für 2007 höhere Profite zu erwarten.

„Die Zahlen im Automobilbereich waren enttäuschend“, sagte Analyst Thomas Aney von Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW). „Der Umsatz ist stark gestiegen, aber die Marge ist schlechter“, fügte er hinzu. Die Autosparte steigerte ihren Umsatz um 15 Prozent auf 564 Mill. Euro, während der Rüstungsbereich um zehn Prozent auf 286 Mill. Euro zulegte.

Die im MDax notierte Aktie gab zeitweise mehr als ein Prozent nach, während der Nebenwerteindex in etwa auf dem Vortagesniveau verharrte.

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