Ruhrgas erwartet Absichtserklärung
Noch ungeklärte Fragen bei Ostsee-Pipeline

Die Eon-Tochter Ruhrgas wird voraussichtlich mit dem russischen Gasproduzenten Gazprom eine Absichtserklärung für den Bau einer Gaspipeline durch die Ostsee unterschreiben. Für den Bau gibt es nach Ansicht des Ruhrgas-Vorstandsvorsitzenden Burckhard Bergmann aber noch einige Probleme zu lösen.

HB SANKT PETERSBURG. Zur Einigung auf eine Absichtserklärung müssten die Verhandlunspartner „noch ein gutes Stück Weg“ gehen, sagte Bergmann am Freitag in Sankt Petersburg. Sein Unternehmen sei - ebenso wie die Wintershall AG - bereit, bei dem Projekt mit dem russischen Gaskonzern OAO Gazprom zusammenzuarbeiten. Die Pipeline brauche aber „eine wirtschaftliche Basis“: durch zusätzliche Gaslieferungen nach Westeuropa oder durch die Verlagerung von Gasmengen, die derzeit durch die Ukraine flössen.

Derzeit fließen rund 80 % des russischen Erdgases für Westeuropa über die Ukraine. Die Pipeline brauche genug Kunden, betonte Bergmann. Nur wenn der wirtschaftliche Rahmen gegeben sei, werde es auch zu den Investitionen kommen, die mit sechs Milliarden Dollar beziffert würden. Möglicherweise werde das Konsortium auch um weitere Partner erweitert. Dies sei aber Sache von Gazprom, sagte der Vorstandsvorsitzende.

Ursprünglich war die Unterzeichnung einer Absichtserklärung für den Bau der Ostsee-Pipeline schon im Rahmen der Regierungskonsultationen in Jekaterinburg erwartet worden. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Donnerstag gesagt, er gehe von einer Einigung in zwei bis drei Tagen aus. Der Generaldirektor der zuständigen Gazprom-Tochter OOO Gazexport, Alexander Medwedew, bekräftigte am Freitag noch einmal auch das Interesse seines Unternehmens an dem Projekt. Weitere Konzerne - wie TotalFinaElf - hätten ebenfalls schon wegen einer Beteiligung angefragt, sagte er. Derzeit von „Problemen“ zu sprechen, halte er nicht für richtig.

Die Ruhrgas-Muttergesellschaft Eon hat nach den Worten ihres Chefs, Wulf Bernotat, mit dem größten russischen Stromkonzern RAO EES Rossii eine Absichtserklärung zu einem Kraftwerksprojekt unterzeichnet. Bei dem Gaskraftwerk gehe es um Investitionen von rund 500 Mill. €, wovon auf Eon etwa 100 Mill. € entfielen. Über schwerpunktmäßige Investitionen in Russland habe Eon noch keine Entscheidung getroffen, sagte Bernotat ebenfalls in St. Petersburg. „Die tiefe Prüfung der Potenziale in Russland ist noch nicht abgeschlossen.“ Erst im Anschluss werde über die strategische Rolle Russlands für den Konzern entschieden.

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