Ruhrkonzern
Thyssen-Rating nur knapp über Ramsch-Niveau

Die Rezession trifft Thyssen-Krupp mit voller Wucht. Erstmals seit der Fusion der einstigen Rivalen im Jahr 1999 wird der Ruhrkonzern ein Geschäftsjahr mit Verlust abschließen.

DÜSSELDORF. Wie hoch das Minus am Bilanzstichtag am 30. September 2009 ausfallen wird, ist angesichts der prekären Wirtschaftslage ungewiss. Der Konzern selbst prognostiziert einen Fehlbetrag vor Einmaleffekten in mittlerer bis hoher dreistelliger Millionengröße.

Analysten schließen jedoch nicht aus, dass inklusive der Aufwendungen für den Konzernumbau, laufender Restrukturierungsprogramme und hoher Anlaufkosten für neue Stahlwerke in Brasilien und den USA am Ende unter dem Strich ein Fehlbetrag von 1,6 Mrd. Euro stehen wird. Im schlimmsten Fall bedeutet das einen Ergebniseinbruch von fast fünf Mrd. Euro innerhalb von zwölf Monaten. Im Geschäftsjahr 2007/08 hatte das Industriekonglomerat noch ein Ergebnis vor Steuern (EBT) von 3,1 Mrd. Euro eingefahren.

Auch die Bonität von Thyssen-Krupp verschlechtert sich. Die Experten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) rechnen schon kurzfristig mit einer Senkung des Ratings um eine Stufe. Dies hätte zur Folge, dass das Unternehmen bei der Aufnahme zusätzlicher Bankkredite oder der Ausgabe neuer Anleihen höhere Zinsen als bislang zahlen müsste. Im Moment wird der Stahl- und Investitionsgüterkonzern beispielsweise von der Rating-Agentur Standard & Poor's noch mit "BBB", der zweitschlechtesten Note für sicherheitsorientierte Anleger, eingestuft. Nun droht ein Abgleiten fast bis auf Ramsch-Niveau.

Finanzchef Alan Hippe versicherte gestern, dass Thyssen-Krupp kurzfristig keinen Refinanzierungsbedarf habe. Liquide Mittel und Kreditlinien bei den Banken umfassten insgesamt 6,6 Mrd. Euro. Der Konzern hat 2009 Anleihen im Volumen von zwei Mrd. Euro begeben.

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