"Ruinöser Wettbewerb ist zum Stillstand gekommen"
Heidelberg Cement wagt keinen Ausblick

Der Preisverfall auf dem deutschen Markt und der starke Euro haben das operative Ergebnis von Europas größtem Zementhersteller Heidelberg Cement im ersten Halbjahr um mehr als die Hälfte einbrechen lassen.

Reuters HEIDELBERG. Das operative Ergebnis schrumpfte in den sechs Monaten bis Ende Juni 2003 auf 81 Mill. € von 172 Mill. ein Jahr zuvor, wie Vorstandschef Hans Bauer am Dienstag in Heidelberg sagte. Nach Steuern und vor Anteilen Dritter konnte der Konzern den Verlust aus dem Winterquartal nicht aufholen und blieb mit vier Mill. € in den roten Zahlen; ein Jahr zuvor war noch ein Konzernüberschuss von 135 Mill. € entstanden. Bauer sieht in Deutschland jedoch langsam wieder ein positiveres Fundament für die Branche: „Der ruinöse Wettbewerb im Zement- und Transportbetonmarkt ist zum Stillstand gekommen“, sagte er. Es habe erste Preiserhöhungen gegeben.

Der Konzernumsatz ging im ersten Halbjahr vor allem aufgrund von Währungs- und Konsolidierungseffekten um sechs Prozent auf 3,015 Mrd. € zurück. Um diese Effekte bereinigt wäre er nur um 0,8 Prozent gesunken. Der Umsatz blieb damit klar hinter der Absatzentwicklung zurück. Der Absatz von Zement und Klinker stieg durch Zukäufe um acht Prozent auf 23,8 Mill. Tonnen. Alle Zahlen lagen am unteren Ende der Erwartungen von Reuters befragter Analysten. In den deutschsprachigen Ländern verbuchte Heidelberg Cement im ersten Halbjahr operativ allein 40 Millionen Euro Verlust. Die Zementpreise in Deutschland waren zuletzt um mehr als ein Drittel eingebrochen.

Einen konkreten Ergebnisausblick gab Heidelberg Cement weiter nicht. Das Ergebnis nach Steuern werde einerseits durch eine höhere Steuerquote und Währungseffekte, andererseits aber durch höhere Buchgewinne beeinflusst. Das Unternehmen bekräftigte aber sein Ziel, die Verschuldungsquote (Gearing) bis zum Jahresende auf deutlich unter 100 Prozent zu senken. Neben Verkäufen sollen dazu Kosteneinsparungen und geringere Investitionen beitragen. Im ersten Halbjahr seien die Schulden durch Desinvestitionen um 116 Mill. € abgebaut worden, bis zum Jahresende sollen weitere Verkäufe 300 Mill. €einbringen. HeidelbergCement war nach Angaben von Finanzvorstand Horst Wolf Ende Juni mit 4,2 Mrd. € verschuldet.

Die im MDax notierte Aktie des Unternehmens gewann am Vormittag 3,3 Prozent auf 28 Euro.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%