Rumpf für A400M übergeben
Voith schielt angeblich auf Airbus-Werke

Am Freitag wurde in Bremen der erste Rumpf für die Serienproduktion des Militärtransportflugzeug Airbus A400M an die Endmontage im spanischen Sevilla übergeben. Zugleich zeigt der schwäbische Anlagen- und Maschinenbaukonzern Voith laut Branchenkreisen Interesse an drei deutschen Airbus-Werken.

HB HEIDENHEIM/BREMEN. Airbus will sich im Zuge seines laufenden Sanierungsprogramms „Power8“ von mehreren Werken trennen. Hier kommt nun Voith ins Spiel. Die Gespräche über die Standorte Varel, Nordenham und Augsburg seien noch in einem frühen Stadium, sagte allerdings mit der Angelegenheit vertraute Personen am Freitag. Das Familienunternehmen sei auf der Suche nach neuen Wachstumsfeldern. Mit dem Einstieg in die Luftfahrttechnik könne sich Voith neue Technologien und Werkstofftechniken erschließen. Im Maschinen- und Anlagenbau sowie bei der Produktion großer Werkstücke habe der Hersteller von Papiermaschinen, Turbinen für Wasserkraftwerke und von Turboladern lange Erfahrung.

Dank einer soliden Finanzlage bringe die Voith AG den nötigen langen Atem mit. Weder Voith noch die Airbus-Mutter EADS wollten sich zu den Informationen äußern. „Es gilt nach wie vor: Wir werden voraussichtlich Ende September eine nähere Entscheidung bekannt geben“, sagte ein Sprecher des Rüstungs- und Luftfahrtkonzerns zum Fortgang der laufenden Verkaufsverhandlungen.

Erster Serienrumpf für A400M übergeben

Airbus will derweil ohne weitere Verzögerungen den neuen Militärtransporter A400M produzieren und ausliefern. „Es sind derzeit keine weiteren Verzögerungen abzusehen“, sagte der Airbus-Programmleiter Deutschland, Thilo Liebig. Der Gesamtzeitplan werde gerade vom Konzern geprüft. Bislang liegen 192 Aufträge für die Maschinen vor.

Im Juli war bekannt geworden, dass der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS bei der A400M mit Verzögerungen rechnet. Der Erstflug der neuen Maschine war von April auf den Sommer 2008 verschoben worden. Ein Jahr später sollen die ersten Maschinen an die französische Luftwaffe übergeben werden. An die Bundeswehr sollen ab 2010 insgesamt 60 Maschinen geliefert werden. Sie waren 2003 für 8,3 Mrd. Euro geordert worden.

„Wir liefern am Montag termingerecht ab“, sagte Liebig zur geplanten Überführung des Rumpfes nach Spanien. Allein an dem Rumpf hätten fünf Nationen an zehn Standorten mitgearbeitet. In Bremen, dem zweitgrößten Airbusstandort in Deutschland, seien bei der Montage mehr als 1000 Mitarbeiter beteiligt gewesen.

Mit bis zu 37 Tonnen Frachtvolumen gilt die A400M als Zwischengröße bei militärischen Transportern. Der Verbrauch soll um 20 Prozent unter dem vergleichbarer Maschinen liegen.

Das 32 Meter lange Rumpfsegment entstand in internationaler Zusammenarbeit. In Bremen wurden die Bauteile miteinander verbunden und mit allen flugwichtigen Systemen ausgerüstet. Unter anderem werden im Rumpf des Transporters 120 Kilometer Kabel und 500 Meter Hydraulikrohre verarbeitet.

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