Rund 233 Millionen Dollar Kaufpreis
ABB verkauft Gebäudetechnik-Sparte

Der finanziell angeschlagene Elektrotechnikkonzern ABB hat einen weiteren Schritt auf dem Weg zum Schuldenabbau gemacht. ABB verkauft nach Angaben vom Freitag den Bereich Building Systems in Skandinavien, der auch Geschäfte in Russland und der baltischen Staaten umfasst, für rund 233 Mill. Dollar an die finnische YIT Corp.

Reuters ZÜRICH. Der Barerlös bei Abschluss der Transaktion, die noch von den Behörden genehmigt werden muss, werde sich nach dem Nettoumlaufkapital richten und dürfte sich auf 170 Mill. Dollar belaufen, so ABB weiter. Der Konzern erwartet den Abschluss bis 1. September.

Der Bereich Gebäudetechnik in Skandinavien mit etwa 9000 Mitarbeitern erzielte 2002 einen Umsatz von rund 1,1 Mrd. Dollar. Der Markt reagierte auf die Ankündigung positiv, wenn auch der Preis als eher niedrig angesehen wurde. Die ABB-Aktien stiegen an der gut behaupteten Börse bis kurz nach Mittag um 1,2 % auf 4,29 sfr. Der DJ StoxxIndustrieal Goods & Services-Index lag 0,2 % im Minus.

Den Verkaufserlös will ABB für den weiteren Schuldenabbau und zur Stärkung der Bilanz von ABB verwenden. „Dieser Verkauf ist ein weiterer Schritt, um unsere Veräusserungsziele für 2003 zu realisieren und verleiht diesen Geschäften eine bessere Wachstumschance,“ wurde ABB-Finanzchef Peter Voser in der Medienmitteilung zitiert.

ABB will dieses Jahr verschiedene Konzernteile veräussern und mit den Erlösen seine über acht Mrd. Dollar Schulden abbauen. Im Vordergrund steht dabei der Verkauf der Division Öl, Gas & Petrochemie (OGP), der sich wegen des weiter ausstehenden endgültigen Gerichtsentscheids zum angestrebten Asbest-Vergleich in den USA verzögert. Auch könnte eine mögliche Untersuchung wegen Schmiergeldzahlungen in Westafrika in der zu verkaufenden Einheit zu einem Stolperstein werden.

Die Veräusserung des ABB-Bereiches Gebäudetechnik erfolgt nach früheren Aussagen von Konzernchef Jürgen Dormann in Teilen, weil das Geschäft stark regional ist. Dormann hatte im Mai weiter gesagt, dass neben dem Nordeuropa-Teil auch das Schweizer Geschäft im dritten Quartal verkauft werden soll.

„Es ist wichtig, dass sie (ABB) in die richtige Richtung gehen. Wenn man verkauft, braucht man das Geld. Also ist der Preis nicht so wichtig,“ sagte Rudi Buxtorf, Fondsmanager bei der Bank Coutts. „Ich wette noch immer auf einen erfolgreichen Turnaround, aber es gibt eine Menge Unsicherheit und es wird Zeit brauchen,“ so Buxtorf. „Mit dem Verkauf wurde gerechnet, aber er kam früher als erwartet, und das ist gut. Die Investoren nehmen den Verkauf gut auf, trotz des geringen Preises,“ erklärte Claude Zehnder von der Zürcher Kantonalbank.

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