Rundbrief an Investoren
Mittal organisiert Widerstand gegen Arcelor-Fusion

Nicht nur der weltgrößte Stahlkonzern Mittal ist ob des geplanten Zusammenschlusses seines Übernahmeobjekts Arcelor mit dem russischen Wettbewerber Severstal erbost. Auch einigen Arcelor-Großaktionären gefällt die Fusion nicht. Das macht sich Mittal zunutze.

HB LONDON. Goldman Sachs schreibe im Auftrag von Mittal Steel Großinvestoren von Arcelor an, um diese gegen die Fusion zu gewinnen, berichten die „Financial Times“ und das „Wall Street Journal“ in ihren Montagsausgaben unter Berufung auf ein Schreiben der Investmentbank. Ziel sei es, eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen. Dazu bedürfe es 20 Prozent der Aktionärsstimmen. Goldman Sachs berät Mittal Steel bei seinem Übernahmeangebot für Arcelor.

Einige Großanleger äußerten sich kritisch über den geplanten Zusammenschluss. Der Chef der Finanzgesellschaft Centaurus Capital, Bernhard Oppetit, sagte der „Financial Times“, eine Fusion von Arcelor und Severstal wäre ein „Desaster“ zum Nachteil der Arcelor- Aktionäre. Er kritisierte, dass der russische Milliardär und Severstal-Haupteigner Alexej Mordaschow die faktische Kontrolle über Arcelor erhalte, ohne dass die anderen Eigner gefragt würden. Ein Sprecher von Amber Capital bemängelte, dass der Wert der von Mordaschow eingebrachten Aktivitäten nicht korrekt bewertet sei.

Arcelor will mit dem Zusammenschluss mit Severstal eine Übernahme durch Mittal Steel vermeiden. Mordaschow erhält 32 Prozent an der vergrößerten Arcelor, will mittelfristig aber 45 Prozent kontrollieren.

Stahlmagnat Lakshmi Mittal will die Übernahme von Arcelor ungeachtet der jüngsten Fusionspläne vorantreiben. Mittal sei „schockiert“ über den neuen Abwehrversuch, wolle das Kaufangebot aber aufrecht erhalten, sagte er. Seine Offerte brächte den Arcelor-Aktionären mehr Vorteile. Mittal kritisierte, die Arcelor-Führung zwinge die Aktionäre, die Kontrolle über ihren Konzern aufzugeben, ohne von einer Prämie zu profitieren. Die Vereinbarung mit Mordaschow sei „kein Angebot an die Aktionäre“, sondern „eine Übernahme der Kontrolle unterhalb des aktuellen Aktienkurses von Arcelor“.

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