Rusal greift nach Sual
Russen formen Alugiganten

In einem milliardenschweren Geschäft entsteht nach mehreren gleichlautenden Medienmeldungen in Russland der größte Aluminiumhersteller der Welt. Präsident Putin soll eingeweiht sein.

HB MOSKAU. Der russische Marktführer Rusal übernimmt mit Sual seinen größten Rivalen und zudem die Aluminiumsparte des Schweizer Konzerns Glencore, wie eine mit dem Vereinbarung vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch in Moskau sagte.

„Die neue Firma wird mit einer jährlichen Aluminiumproduktion von 4 Mill. Tonnen der weltgrößte Hersteller sein“, hieß es. Auch bei Aluminiumoxid werde sie mit 11 Mill. Tonnen die Nummer eins sein. Rusal und Sual lehnten eine Stellungnahme ab; bei dem Rohstoffhändler Glencore war zunächst niemand zu erreichen. Bislang ist Rusal auf dem Weltmarkt die Nummer Drei hinter dem US-Giganten Alcoa und und der kanadischen Alcan.

Die „Financial Times“, die ebenfalls über das Geschäft berichtete, bezifferte das Volumen der Fusion auf rund 25 Mrd. Euro. Das neue Unternehmen werde einer nicht bindenden Erklärung zufolge in London an die Börse gehen. Noch hänge das Zusammenkommen aber von der laufenden Prüfung der Finanzen ab. Chef des neuen Unternehmens werde der bisherige Rusal-Chef Alexander Bulygin, Direktoriumsvorsitzender Brian Gilbertson, der bisher Sual leitete. Der Zeitung zufolge dürfte der russische Präsident Wladimir Putin das Geschäft abgesegnet haben. Die neue Firma würde auf dem russischen Aluminium-Markt Monopolist sein.

Fusionen in der Rohstoffbranche

Damit dreht sich das von den Rekordpreisen angetriebene Fusionskarussell in der Rohstoffbranche weiter. So kauft die in der Schweiz ansässige Xstrata die kanadische Falconbridge nach langer Übernahmeschlacht für 16 Mrd. Dollar; Glencore hält der „Financial Times“ zufolge 36 Prozent an Xstrata. Auch um den kanadischen Nickelgiganten Inco tobt derzeit eine Übernahmeschlacht. Zudem kursieren Gerüchte über eine 80-Milliarden-Übernahme des weltweit drittgrößten Minenbetreibers Anglo American.

Auch die Stahlgiganten Arcelor und Mittal, deren Fusion Ende 2007 unter Dach und Fach sein soll, sind weiterhin auf Einkaufstour. „Wir wollen weiter expandieren. Wie schon gesagt wollen wir nicht warten, bis die Integration abgeschlossen ist und die Schulden abgebaut sind“, sagte der bisherige Vizepräsident Arcelors und Chef der fusionierenden Konzerne Roland Junck am Mittwoch im Luxemburgischen Fernsehen.

Mittal hatte Arcelor Ende Januar mit einem Übernahmeangebot überrascht. Nach monatelangem Abwehrkampf hatte das Management von Arcelor schließlich im Juni die rund 26 Mrd. Euro schwere Offerte akzeptiert. Beide Unternehmen verfügen zusammen über 61 Werke in 27 Ländern und beschäftigen rund 320 000 Mitarbeiter. Für 2006 hatten die beiden Konzerne angekündigt, zusammen einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von 12 bis 12,5 Mrd. Euro erzielen zu wollen.

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