Russischer Energiekonzern soll Weltmarktführer werden – Rekordergebnis im Jahr 2003
Gazprom setzt sich ehrgeizige Ziele

Gazprom-Vorstandschef Alexej Miller will seinen Konzern zum weltweit führenden Energiekonzern ausbauen: „Gazprom soll nicht nur ein auffälliger Spieler auf dem globalen Energiemarkt werden, sondern muss die Spielregeln festlegen können“, sagt Miller.

MOSKAU. Damit hat er die Ziele des weltweit größten Erdgasförderers auf der Hauptversammlung des Unternehmens in Moskau aggressiver als je zuvor formuliert. Um das Ziel zu erreichen, will Gazprom in den nächsten zehn Jahren 100 Mrd. Dollar investieren, noch in diesem Jahr eine eigene Erdöl-Tochter gründen und verstärkt in die Stromsparte einsteigen, sagte Miller.

Bestärkt wird der Konzern in seinen Ambitionen durch ein Rekordergebnis: Gazprom hat den Erdgasausstoß um 18,3 auf 540,2 Mrd. Kubikmeter gesteigert. Rekordexporte von 471 Mrd. Rubel (umgerechnet gut 16 Mrd. Dollar) haben den Reingewinn auf 142,6 Mrd. Rubel fast verdreifacht. Entscheidend für den Erfolg waren die stark gestiegenen Gastarife, der Umsatz stieg dadurch um 29 Prozent auf 780,6 Mrd. Rubel. Auch die Prognose ist positiv: Auf 17,5 Mrd. Dollar sollen die Ausfuhren in diesem Jahr weiter steigen, bis 2020 ist geplant, die Erdgasproduktion auf 580 bis 590 Mrd. Kubikmeter zu steigern.

Vor allem durch neue Förderlizenzen will Gazprom wachsen: Gazprom verhandelt mit dem britisch- niederländischen Energiekonzern Shell über eine Beteiligung am Flüssiggas-Projekt Sachalin-2. Dabei kündigte Gazprom-Vize Jurij Komarow gegenüber dem Handelsblatt an, der Konzern wolle eine Beteiligung an dem Offshore-Projekt vor der Pazifikinsel erreichen, indem er Shell in ein Konsortium im Eismeer-Feld Schtokmanowskoje aufnimmt. Bisher hält Shell 55 Prozent an Sachalin-2, zwei japanische Firmen halten den Rest. Das Sachalin-2-Projekt und das von Exxon Mobil geführte Sachalin-1-Konsortium sollen an das Gaspipelinenetz von Gazprom angeschlossen werden. Vom englisch-russischen Ölkonzern TNK-BP wiederum verlangt Gazprom eine Beteiligung am sibirischen Kowykta-Gasfeld. Dieses Erdgas will der russische Gasgigant nach Südkorea liefern.

Presseberichten, Gazprom wolle Teile des zweitgrößten russischen Ölkonzerns Yukos schlucken, die wegen Milliarden-Steuernachforderungen möglicherweise vor dem Bankrott steht, widersprach Miller. An einer Destabilisierung sei Gazprom nicht interessiert, wohl aber an gemeinsamen Förderprojekten.

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