Russischer Konzern bietet Öl für Kommunen
Gazprom will in Frankreich Gas verkaufen

Der russische Gaskonzern Gazprom, Nummer eins der Welt, will im französischen Markt angreifen. „Im Zuge laufenden Liberalisierung wollen wir mittelfristig in Frankreich einen Marktanteil von zehn Prozent erreichen“, sagte Stanislas Tsygankov, Leiter des Internationalen Geschäfts von Gazprom, der Handelsblatt-Partnerzeitung „La Tribune“. Seit dem 14. November dieses Jahres hat der russische Gaskonzern die Erlaubnis der französischen Behörden, in Frankreich Gas zu verkaufen.

ali PARIS.

Der ehemalige Monopolist Gaz de France (GDF) hat mit 80 Prozent Marktanteil auf seinem Heimatmarkt Frankreich nach wie vor eine dominierende Stellung. Mit dem ausgegebenen Ziel von zehn Prozent Marktanteil macht Gazprom dem Ölkonzern Total den Platz der Nummer zwei in Frankreich streitig. Daneben halten die Konzerne Suez, BP und Eni jeweils rund fünf Prozent am französischen Gasmarkt.

„Wir sind vor allem an den großen industriellen Kunden interessiert“, sagte der Gazprom-Manager. Doch der russische Konzern will künftig auch französischen Kommunen sein Gas direkt anbieten. Damit macht Gazprom seinem Kunden GDF direkt Konkurrenz. Denn der französische Versorger bezieht 21 Prozent seines Gases vom russischen Marktführer. „Wir wollen uns nicht direkt an die GDF-Kunden wenden“, sagt Tsygankov. „Aber wenn einer der GDF-Kunden den Zulieferer wechseln will, stellt dies selbstverständlich für uns eine Chance dar.“

Seit dem 1. Juli 2005 können die Unternehmen in Europa ihre Gasversorger frei wählen. Vom 1. Juli 2007 an sollen auch Privatkunden diese Wahlmöglichkeit erhalten. Die Europäische Kommission hat indes jüngst kritisiert, dass sie mit der Liberalisierung des französischen Energiemarktes noch nicht zufrieden ist. Daher will sich jetzt eine französische Regierungskommission mit den Ergebnissen der Marktliberalisierung befassen.

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