Russischer Konzern kündigt Milliardeninvestitionen an
Gazprom drängt massiv ins Ölgeschäft

Mit Milliardeninvestitionen will Gazprom in das Ölgeschäft einsteigen und langfristig zum weltweit größten Energiekonzern aufsteigen. Im Gasgeschäft ist der russische Konzern bereits an der Weltspitze.

HB MOSKAU. Wie bei den Konkurrenten Exxon Mobil und BP solle das Ölgeschäft mit Beteiligung an russischen wie auch ausländischen Konzernen langfristig wichtiger als das Gasgeschäft werden, kündigte Konzernchef Alexej Miller am Freitag auf der Jahreshauptversammlung in Moskau an. Der Vorstandsvorsitzende von Eon Ruhrgas, Burckhard Bergmann, wurde erneut als einziger Ausländer in den Gazprom-Aufsichtsrat gewählt.

Miller, ein enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin, bekundete das Interesse seines Konzerns an den drei großen Fördervorhaben auf Russlands fernöstlicher Insel Sachalin. In die Projekte sind bereits Shell, Exxon Mobil und Chevron eingebunden. Der russische Staat hatte Mitte Juni die Kontrollmehrheit am größten Erdgasproduzenten erworben. Die Aktionäre beschlossen am Freitag die nach diesem Schritt erwartete Liberalisierung des Handels mit Gazprom-Aktien. Die Papiere sollen in Kürze auch im Ausland ohne Einschränkungen gehandelt werden.

Ruhrgas-Chef Bergmann wurde zum sechsten Mal in den Aufsichtsrat von Gazprom gewählt. Ruhrgas ist der größte ausländische Gazprom-Teilhaber. Das Essener Unternehmen wertete die Wiederwahl von Bergmann als Zeichen der langjährigen und erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Eon Ruhrgas und der russischen Gaswirtschaft, die sich im Rahmen des Eon-Konzerns noch weiter entfalten könne.

Eon Ruhrgas gehört zu den größten Kunden der Gazprom. Seit Lieferaufnahme vor mehr als 30 Jahren bezog das Unternehmen mehr als 460 Mrd. Kubikmeter russisches Erdgas. Rund 44 Mrd. € Devisenerlöse flossen dafür nach Russland zurück. Die vertraglichen Vereinbarungen zwischen Eon Ruhrgas und Gazprom reichen bis zum Jahr 2030.

Der zweite deutsche Kandidat, Matthias Warnig, Chef der Dresdner Bank Russland, konnte sich nicht durchsetzen. Nach Presseberichten war Warnig zu DDR-Zeiten hauptamtlicher Mitarbeiter der Staatssicherheit gewesen. Er gilt als einer der einflussreichsten Investmentbanker in Russland.

Die massive Kritik von Aktionärsvertretern an der Gazprom-Führung fand auf der Jahreshauptversammlung kaum Beachtung. Die Moskauer Investmentgesellschaft Hermitage Capital hatte im Juni fehlende Kostenkontrolle und schlechte Transparenz bemängelt und den dadurch entstandenen Schaden auf mehrere Mrd. Dollar beziffert.

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