Russischer Ölkonzern will 50 Prozent am Raffinerie-Verbund Ruhr Öl kaufen: Lukoil strebt nach Deutschland

Russischer Ölkonzern will 50 Prozent am Raffinerie-Verbund Ruhr Öl kaufen
Lukoil strebt nach Deutschland

Russlands Ölkonzern Lukoil setzt seine West-Expansion fort. Der größte russische Erdölförderer will jetzt die 50-Prozent-Beteiligung erwerben, die der staatliche venezolanische Petróleos de Venezuela S.A. (PDVSA) bisher am deutschen Raffinerie-Verbund Ruhr Öl hält. Das bestätigte Lukoil-Chef Wagit Alekperow.

mbr MOSKAU. Kurz zuvor hatten die Moskauer mit Oy Teboil Ab und Suomen Petrooli Oy zwei finnische Tankstellennetze übernommen, die rund ein Viertel des Benzinabsatzes des Landes kontrollieren. Außerdem kündigte der Konzern Interesse am Kauf der litauischen Raffinerie Mazeikiu Nafta vom angeschlagenen Konkurrenten Yukos sowie an der Übernahme von Raffinerien im Süden Europas an.

Die Beteiligung an der Ruhr Öl GmbH, an der die britische BP ebenfalls die Hälfte hält, sei Lukoil von Venezuelas Präsident Hugo Chaves angeboten worden, sagte Alekperow. Er war kürzlich in Caracas, um über Förderprojekte zu verhandeln. Für PDVSA sei der Verkauf sinnvoll, da deren Öllieferungen nach Deutschland zu teuer seien. Vielmehr würde Lukoil die vier Raffinerien mit einer Jahreskapazität von 50 Mill. Tonnen, an denen Ruhr Öl beteiligt ist, mit russischem Rohöl beliefern. Im Gegenzug würde PDVSA Öl an eine von Lukoil zu bauende neue Raffinerie in Venezuela pumpen, das dann an Lukoils Tankstellennetz in den USA gehen würde.

Lukoil sei inzwischen „ganz oben“ auf der Interessenliste für Ruhr Öl, sagte Lukoil-Vize Leonid Fedun. Allerdings hätten möglicherweise auch BP und deren russischer Joint-Venture-Partner Alfa Interesse an dem Konzern, der ein Fünftel des gesamten in Deutschland raffinierten Rohöls verarbeitet. Alfa war aber vor zwei Jahren mit einer damals auf 600 bis 900 Mill. Dollar geschätzten Offerte abgeblitzt.

Lukoil werde immer mehr zum „global player“ und dabei vom Kreml unterstützt, meint das Moskauer Blatt „Moscow News“. Das Unternehmen ist mit 20,1 Mrd. Barrel Öläquivalent der nach Reserven zweitgrößte Ölkonzern weltweit nach Exxon-Mobil und hat 2004 seine Förderung um 7,4 Prozent auf 86,2 Mill. Tonnen gesteigert. Mit seinem neuen Partner Conoco-Phillips wird Lukoil in Venezuela und im Irak investieren. Für 2004 rechnet der Konzern mit einem Anstieg des Nettogewinns um 60 Prozent auf vier Mrd. Dollar.

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