Russischer Turbinenbauer
Siemens stockt Power-Machines-Anteil auf

Siemens stockt seine Beteiligung an dem Kraftwerkshersteller Power Machines auf. Die Deutschen halten nun eine Sperrminorität bei dem russischen Unternehmen.

HB MÜNCHEN. „Die Aufstockung unserer Beteiligung an Power Machines ist ein wichtiger Bestandteil zu unserer weiteren Verankerung in Russland, um am überdurchschnittlichen Wachstum des russischen Marktes zu partizipieren“, sagte Siemens-Chef Klaus Kleinfeld am Montag. „Mit Power Machines eröffnen sich uns interessante Wachstumschancen bei der anstehenden Modernisierung des Kraftwerksparks in Russland."

Siemens übernahm nach den Angaben weitere 20,62 Prozent der Power-Machines-Anteile und hält nun zusammen mit der bisherigen Beteiligung 25 Prozent plus eine Aktie. Den Kaufpreis für die Anteile, die vom bisherigen Mehrheitseigentümer Interros stammen, bezifferte Siemens auf 93 Mill. Dollar (rund 76,8 Mill. Euro).

Siemens hatte vor einiger Zeit versucht, über ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Mischkonzern Interros die Kontrolle über den führenden russischen Hersteller von Kraftwerkstechnik zu übernehmen. Das Vorhaben scheiterte aber an Widerständen in Russland, da Power Machines auch die Rüstungsindustrie etwa mit Ausrüstungen für Atom-U-Boote beliefert. Nach dem jetzt bekannt gegebenen Schritt, den die russische Kartellbehörde bereits vorab gebilligt hatte, hält der bisherige Mehrheitseigner Interros noch 30,4 Prozent an Power Machines. Der russische Energieversorger RAO UES besitzt wie Siemens eine Sperrminorität von 25 Prozent plus eine Aktie. Die restlichen 19,5 Prozent werden von Minderheitsaktionären gehalten.

Russland ist nach Siemens-Angaben der weltweit viertgrößte Strommarkt. In den kommenden Jahren soll der Markt privatisiert und liberalisiert werden. „Mit Power Machines eröffnen sich uns interessante Wachstumschancen bei der anstehenden Modernisierung des Kraftwerksparks in Russland“, erklärte Siemens-Chef Kleinfeld. Zudem wolle Siemens mit der Beteiligung einen Beitrag leisten, die russische Industrie für Kraftwerkstechnik wettbewerbsfähig zu machen.

Nach Angaben des Konzerns soll die Siemens-Sparte Power Generation (PG), die zu den weltweit führenden Kraftwerksausrüstern zählt, Power Machines Technologie zuliefern. Mit einer Tochter von Power Machines arbeitet Siemens bereits seit längerem zusammen. Das russische Unternehmen LMZ fertige mit Siemens-Lizenzen, zudem gebe es ein Gemeinschaftsunternehmen für die Montage von Gasturbinen, hieß es.

Power Machines beschäftigt rund 13 000 Menschen und arbeitete zuletzt profitabel. Die Siemens-Sparte PG - einer der großen Gewinnbringern im Konzern - beschäftigt 33 500 Mitarbeiter und erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2004/05 (zum 30. September) einen Umsatz von rund 8,1 Mrd. Euro.

An der Börse gab der Kurs der Siemens-Aktie in einem in etwa unveränderten Gesamtmarkt um 0,8 Prozent auf 75,65 Euro nach. Zuletzt hatte der Siemens-Kurs nach sprunghaft gestiegenen Aufträgen für den Münchener Konzern im ersten Geschäftsquartal deutlich zugelegt.

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