Russland erhält Kontrolle am weltgrößten Erdgas-Produzent
Grünes Licht für Gazprom-Fusion mit Rosneft

Die russische Regierung hat am Mittwoch die Fusion des Gasmonopolisten Gazprom mit dem staatlichen Ölkonzern Rosneft genehmigt und erhält damit die Kontrolle an einem der größten Energielieferanten der Welt.

HB MOSKAU. Das Rosneft gehörende ehemalige Kerngeschäft des angeschlagenen Yukos-Konzerns soll Angaben von Gazprom-Chef Alexej Miller zufolge zunächst getrennt weitergeführt werden.

Miller gab die Genehmigung in dem von Gazprom kontrollierten Fernsehsender NTW bekannt. Bei der Fusion mit einem Volumen von rund 7,5 Milliarden Dollar übernimmt Gazprom 100 Prozent der Rosneft-Anteile im Tausch gegen eigene Aktien. Dadurch erhält der russische Staat wiederum die Kontrolle bei Gazprom, an dem die deutsche E.ON Ruhrgas mit rund 6,5 Prozent beteiligt ist. Mit der Übernahme der staatlichen Kontrolle über Gazprom ist nach Millers Worten die Voraussetzung geschaffen worden, um Gazprom-Aktien am Markt zu platzieren und für Ausländer generell frei verfügbar zu machen.

Die Fusion, die nach Presseberichten in zwei bis drei Monaten abgeschlossen sein soll, war lange erwartet worden und macht Gazprom zu einem der größten Energielieferanten der Welt. Gazprom war zuvor bereits der weltgrößte Erdgas-Produzent. Das Unternehmen deckt rund ein Viertel des europäischen und etwa ein Drittel des deutschen Erdgasbedarfes.

Die neue Yugansk-Einheit werde in Zukunft von Rosneft-Chef Sergej Bogdantschikow geleitet, berichtete NTW. Rosneft hat die Kernsparte von Yukos vor kurzem mit der Baikal-Finanzgruppe übernommen, die sich bei der Zwangsversteigerung des Geschäfts durchgesetzt hatte. Ursprünglich galt Gazprom als aussichtsreichster Kandidat für den Kauf von Yugansk, der Konzern hatte sich aber kurzfristig aus der Auktion zurückgezogen. Russland hatte die Zwangsversteigerung mit Steuerschulden begründet, die Yukos als überhöht kritisiert.

Der ehemalige Yukos-Chef Michail Chodorkowski vermutet hinter der Zerschlagung des Firmenimperiums ein politisch motiviertes Vorgehen der Regierung, um die Kontrolle über den Anfang der neunziger Jahre privatisierten Energiesektor zu erlangen. Auch international ist der russische Präsident Wladimir Putin dafür kritisiert worden, eine zentralstaatlich orientierte Wirtschaftspolitik zu betreiben.

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