Russland-Geschäft verstärkt
Weltmarktführer Inbev kauft Tinkoff-Brauerei

Der weltgrößte Braukonzern Inbev (Marken: Beck's, Stella Artois) hat gestern die komplette Übernahme der russischen Brauerei Tinkoff angekündigt. Damit stabilisiert der belgisch-brasilianische Brauriese seinen zweiten Rang auf dem russischen Biermarkt.

ire DÜSSELDORF. Erst vor wenigen Tagen hatte der niederländische Brauer Heineken durch die Akquisition der sibirischen Baikal Beer Co. seinen Marktanteil in Russland auf zehn Prozent bei einer künftigen Jahresproduktion von 8,5 Mill. Hektolitern ausgebaut. Inbev steigert nun seinen Bierausstoß durch die Übernahme von Tinkoff auf etwa 15 Mill. Hektoliter.

Die in St. Petersburg ansässige Tinkoff-Brauerei produziert eines der wenigen einheimischen Super-Premium-Biere. Inbev rechnet damit, dass sich die Akquisition von Tinkoff bei einem Kaufpreis von 167 Mill. Euro bereits 2006 in einem wachsenden operativen Ergebnis bemerkbar macht. Inbev hatte zuletzt für die Übernahme der russischen Sun-Gruppe rund 530 Mill. Euro gezahlt. Nach der seit einigen Jahren laufenden Übernahmewelle auf dem russischen Biermarkt befindet sich kaum noch eine nennenswerte russische Brauerei in heimischem Besitz. Marktführer in Russland ist die Baltic Beverages Holding, ein Joint Venture der dänischen Carlsberg-Gruppe mit dem britischen Getränkekonzern Scottish & Newcastle.

Mit der Expansion nach Osten will Inbev den sinkenden Bierdurst in Westeuropa ausgleichen. In Westeuropa hat Inbev im zweiten Quartal 2005 2,9 Prozent weniger umgesetzt, während Mittel- und Osteuropa um 10,5 Prozent zulegten. Mit einem durchschnittlichen jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von 54 Litern Bier gilt der russische Biermarkt noch als entwicklungsfähig - ist doch der Pro-Kopf-Verbrauch beispielsweise in vielen englisch- oder deutschsprachigen Ländern mindestens doppelt so hoch. Als weitere Wachstumsregion gilt Lateinamerika, wo der Brauriese SAB/Miller offenbar kurz vor dem Kauf der kolumbianischen Bavaria-Group steht.

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