Russland-Projekt verzögert sich
Milliardenauftrag für Linde vorerst geplatzt

Eigentlich wollte der Industriegase-Herstellers am Rande des Moskau-Besuchs von Bundeskanzler Schröder einen Vertrag über die Lieferung zweier petrochemischer Anlagen an den unabhängigen russischen Gasproduzenten Novatek unterzeichnen. Eigentlich...

mbr MOSKAU. Der geplante Abschluss eines Großprojektes der Linde AG in Russland ist am Donnerstag vorerst gescheitert. Der Vorstandschef des Industriegase-Herstellers, Wolfgang Reitzle, wollte am Rande des Besuchs von Bundeskanzler Gerhard Schröder einen 1,3 Mrd. Euro umfassenden Vertrag über die Lieferung zweier petrochemischer Anlagen an den unabhängigen russischen Gasproduzenten Novatek unterzeichnen.

Der Abschluss kam nicht zu Stande, weil der Novatek-Vertreter auf Druck des staatlich kontrollierten Gasgiganten Gazprom ausgeladen worden war. Das erfuhr das Handelsblatt aus Regierungs- und aus Unternehmenskreisen.

Ein hochrangiger deutscher Regierungsvertreter nannte die Verzögerung „besorgniserregend und skandalös“. In Russlands Energiewirtschaft ziehe wieder „der Staatskapitalismus“ ein. „Alle lukrativen Projekte will sich Gazprom unter den Nagel reißen“, sagte der Regierungsvertreter.

Der petrochemische Komplex wäre der größte russische Auftrag für die deutsche Industrie seit 1990 gewesen. Schröder habe dieses Problem bei seinem Treffen mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin thematisiert, hieß es aus Delegationskreisen.

Quelle: Handelsblatt

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