Russland
Siemens angelt sich Milliarden-Auftrag

Der Münchener Technologiekonzern hat einen Großauftrag aus Russland an Land gezogen: Siemens soll für rund zwei Milliarden Euro Regionalzüge bauen und auch die Wartung für die nächsten 40 Jahre übernehmen.
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MünchenDer Siemens-Konzern hat einen Milliardenauftrag der Russischen Eisenbahnen festgezurrt. Das Unternehmen wird ab 2013 insgesamt 1200 Wagen für Regionalzüge bauen. Der Auftrag hat einen Wert von rund zwei Milliarden Euro, wie Siemens am Mittwoch in München mitteilte. Siemens-Chef Peter Löscher kündigte an, mehr als 200 Millionen Euro in den Aufbau der Produktion in der Nähe von Jekaterinburg zu investieren, unter anderem in moderne Gebäude, Maschinen und die Ausbildung der Mitarbeiter.

Anders als bei den ebenfalls 1200 Waggons für das Londoner Pendlerzug-Projekt Thameslink, die Siemens zum Unwillen vieler Briten in Krefeld fertigen wird, sollen sämtliche Wagen für die russischen Regionalzüge des Typs Desiro RUS nahe der Industriestadt Jekaterinburg am Uralgebirge entstehen. Dort baut Siemens bereits seit 2010 in einem Gemeinschaftsunternehmen mit der russischen Sunara Group elektrische Güterlokomotiven.

Die Vorverträge über das Projekt waren im Juni unterzeichnet worden. Neben dem Auftrag für die 1200 Wagen erhielt Siemens aus Russland auch einen Wartungsvertrag über etwa 500 Millionen Euro mit 40 Jahren Laufzeit für die Instandhaltung von 54 Zügen des gleichen Typs, die das Bahnunternehmen bereits 2009 und 2010 bestellt hatte. Die Wagen dieser ersten beiden Tranchen werden in Krefeld gefertigt.

Der Protest in Großbritannien gegen die Thameslink-Vertragsvergabe an Siemens gerät für den Konzern nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ zu einem Spießrutenlauf. Grund dafür sei, dass der unterlegene Bombardier-Konzern mit dem Abbau von 1400 Stellen oder gar mit der Schließung seines kompletten Werks im nordenglischen Derby drohe. Dazu sagte ein Siemens-Sprecher, der Thameslink-Auftrag werde in Großbritannien zur Schaffung von 2000 neuen Stellen führen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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