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22.05.2008 
Deutsche Bahn

Russland will bei Deutscher Bahn einsteigen

von Thomas Wiede

Die deutsche und die russische Eisenbahn erwägen offenbar eine gegenseitige Beteiligung. „Wir sind offen für alle Investoren“, sagte Bahnchef Hartmut Mehdorn am Rande einer Eisenbahner-Tagung im russischen Badeort Sotschi. Er habe keine Bedenken, wenn die staatliche russische Eisenbahn RZD den für November geplanten Teilbörsengang für einen Einstieg bei der DB nutze.

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SOTSCHI. Eine gegenseitige Beteiligung sei bereits ein Thema von Gesprächen mit RZD-Chef Wladimir Jakunin gewesen, sagte Bahnchef Hartmut Mehdorn: „wir tauschen uns aus“. Der russische Eisenbahnchef hält einen Einstieg bei der DB aus strategischer Sicht für richtig: „Wir sind Partner, aufeinander angewiesen und daher macht auch eine gegenteilige Beteiligung Sinn“.

Nach Aussage von Jakunin erwägt die Deutsche Bahn offenbar bei der RZD-Tochter Transcontainer einzusteigen, deren Börsengang im Herbst ansteht. RZD möchte sich von bis zu 49 Prozent trennen. „Wir diskutieren das Thema mit der Deutschen Bahn“, so Jakunin. Diese habe auch Interesse am Logistikgeschäft von RZD gezeigt. Nichts sei bisher aber entschieden, räumte Jakunin ein. Das letzte Wort hätte die Politik. Ein Sprecher der Deutschen Bahn wollte die Aussagen des russischen Eisenbahnchefs nicht kommentieren.

In der Unionsfraktion gibt es indes Bedenken gegen einen Einstieg der russischen Staatsbahn bei der Deutschen Bahn. „Ich halte das keineswegs für eine gute Idee“, sagte ihr verkehrspolitischer Sprecher Dirk Fischer der „Berliner Zeitung“.

Er begründete seine Skepsis damit, dass hinter dem russischen Interesse politisch-strategische Absichten stecken könnten. „Die wollen in unseren Markt eindringen, auch wegen der Transportwege“, sagte der CDU-Politiker. Zudem sehe er erhebliche Risiken wegen der politischen Verhältnisse in Moskau.

Um die gewaltigen Investitionen für die Erneuerung der maroden Schienenwege zu stemmen setzt Jakunin unter anderem auf die Teilprivatisierung von Tochtergesellschaften, die bis 2010 abgeschlossen sein soll. Bis 2030 sollen rund 400 Mrd. Euro in die russische Eisenbahn fließen, teils aus föderalen wie regionalen Töpfen, das Gros der gewaltige Summe muss aber die Bahn, die mit ihren 1,2 Millionen Mitarbeitern der größte Arbeitgeber im Land ist und einem „Staat im Staate“ gleicht, selbst aufbringen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Bislang keine echte Liberalisierung in Russland

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