Russland will mitbauen
Airbus-Erfolg schlägt sich auf EADS durch

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS ist hervorrangend ins Jahr gestartet. Das lag nicht zuletzt an der Flugzeug-Tochter Airbus. Soviel Erfolg weckt Begehrlichkeiten. Russland hat Ansprüche angemeldet.

HB BERLIN. Im Auftaktquartal 2006 sei das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) um 19 Prozent auf 780 Mill. Euro gestiegen, teilte der Konzern am Dienstag mit. Der Umsatz sei um 30 Prozent auf 9,1 Mrd. gestiegen. Unter dem Strich seien mit 516 Mill. Euro 26 Prozent mehr geblieben als noch im Vorjahr. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten, die mit einem Ebit von 691 Mill. Euro gerechnet hatten.

Neben der Ertragsperle Airbus hätten auch der Hubschrauberhersteller Eurocopter, der Bereich militärische Transportflugzeuge sowie das Rüstungsgeschäft zum Wachstum beigetragen. Im Bereich Defence und Security sei der Umsatz auf von 1,3 auf 2 Mrd. Euro angewachsen. Das Ebit hätte in allen Geschäftsbereichen – auch der lange defizitären Raumfahrt – zugelegt. Der Auftragseingang sei von Januar bis März um 18 Prozent auf 10,5 Mrd. Euro gestiegen. Somit sei der Auftragsbestand per Ende März stabil bei 248,6 Mrd. Euro geblieben.

Die Prognosen für 2006 bekräftigte der Konzern. Demnach will EADS bei mindestens 420 ausgelieferten Airbus-Flugzeugen über 37 (Vorjahr: 34,2) Mrd. Euro umsetzen und einen Betriebsgewinn zwischen 3,2 und 3,4 (2,85) Mrd. Euro erzielen. Der Gewinn je Aktie soll zwischen 2,35 und 2,55 Euro (2,11) liegen.

Nicht berücksichtigt in der Prognose seien Auswirkungen des möglichen Kaufs des 20-prozentigen Airbus-Anteils des britischen Rüstungskonzern BAE Systems. Die Briten wollen diesen Anteil an EADS verkaufen. Der Konzern würde damit zum Alleineigentümer des Flugzeugbauers.

Russland hat allerdings Ambitionen, sich am Bau eines Airbus-Flugzeugs zu beteiligen. Das berichtet die „Financial Times Deutschland“ in ihrer Dienstagausgabe. „Wir wollen einen Anteil von 10 Prozent am Bau des A320- Nachfolgers“, sagte Valery Bezverkhniy, Vorstand des russischen Irkut-Konzerns und kommissarischer Leiter der neu formierten russischen United Aviation Corp der Zeitung. In dieser Holding hat der russische Staat die Flugzeughersteller des Landes gebündelt. „Wir sollten bis Jahresende zu einer Einigung über den Risiko- und Umsatzanteil kommen.“

Nach den Vorstellungen Bezverkhniys würde sich Irkut auch an den Entwicklungskosten für den Nachfolger des meistverkauften Airbus-Modells beteiligen, das voraussichtlich 2012 auf den Markt kommt. Bisher liefern die Russen nur einzelne Bauteile an Airbus. Ein Mitarbeiter der Airbus-Mutter EADS bestätigte der Zeitung die Absicht, Russland am Bau neuer Airbus-Modelle zu beteiligen.

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