Rußpartikelfilter
Bahn liegt im Clinch mit Umweltschützern

Auch in Krisenzeiten setzt die Deutsche Bahn die millionenschwere Erneuerung ihrer Fahrzeugflotten fort - und bekommt jetzt Ärger mit Umweltschützern. Die Bahn zögert, die rund 100 neuen Dieselloks mit Rußpartikelfiltern auszustatten. Angeblich sind die Filter zu teuer.

DÜSSELDORF. Auch in Krisenzeiten setzt die Deutsche Bahn die millionenschwere Erneuerung ihrer Fahrzeugflotten fort - und bekommt jetzt Ärger mit Umweltschützern. Nach der Bestellung von 15 ICE-Zügen und 130 Rangierloks seit Anfang des Jahres sollen bis Ende März rund 100 Streckendieselloks für den Güterverkehr geordert werden. Doch die Bahn zögert, die neuen Loks mit Rußpartikelfiltern auszustatten. Die sind ihr noch zu teuer. Damit ruft sie den Präsidenten des Umweltbundesamtes, Andreas Troge, auf den Plan. Der will in dieser Woche Kontakt mit Bahnchef Hartmut Mehdorn aufnehmen.

Um den Auftrag in der Größenordnung einer Viertelmillion Euro, mit dem die Fahrzeugeinkäufe der Bahn in den ersten Monaten dieses Jahres bereits ein Auftragsvolumen von über einer Milliarde Euro erreicht haben, kämpfen mehrere deutsche Lok-Hersteller. Die Vergabe ist laut Bahnkreisen innerhalb der nächsten Wochen geplant. Sowohl bei den schon bestellten Rangierloks als auch bei der Streckenlok-Serie hat die Bahn die Installation von Rußpartikelfiltern aus Kostengründen erst einmal verschoben. Der Einbau soll erst später folgen: Ab 2012 gelten weiter verschärfte Abgasnormen, die nach dem derzeitigen Stand der Technik nur mit Partikelfiltern einzuhalten sind.

Die Industrie biete derzeit Filter für 80 000 Euro je Maschine an. Das sei bei dem Preis einer Rangierlok von fast zwei Mio. Euro zu hoch, sagte Lutz Bücken, als Generalbevollmächtigter "Systemverbund Bahn" im Konzern für Technik und Einkauf verantwortlich, dem Handelsblatt auf Anfrage.

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