RWE
Eigene Flotte soll Windpark-Pläne beschleunigen

Der Energieversorger RWE investiert weiter in Windkraft auf offener See. Mehr als 200 Millionen lässt sich der Konzern zwei Spezialschiffe kosten, um seine Offshore-Projekte schneller umzusetzen. Am Mittwoch hat RWE mit Rhyl Flats den zweiten Windpark vor der Küste Wales in Betrieb genommen.
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LLANDUDNO. Die Verfügbarkeit dieser Schiffe sei einer der entscheidenden Voraussetzungen für den Bau von Windparks auf dem Meer, sagte Vorstandschef Jürgen Großmann am Mittwoch im walisischen Llandudno. Bislang gibt es einen Engpass bei diesen Fahrzeugen, mit denen sich Windkraftanlagen auf dem Meeresgrund befestigen lassen.

Mit dem Bau der eigenen kleinen Flotte wird der Essener Energiekonzern eine Werft in Südkorea beauftragen. "Ich hätte die Schiffe gerne bei einem deutschen Unternehmen bestellt, allerdings hat sich keine Werft dafür gefunden", sagte Großmann. RWE wäre sogar bereit gewesen, einen kleinen Aufpreis dafür zu zahlen. Warum sich allerdings die deutschen Schiffbauer das Geschäft entgehen lassen, blieb offen. Die Branche steckt durch die Flaute des globalen Handels in einer tiefen Krise, mehrere Werften mussten bereits Insolvenz beantragen.

Der Auftragswert pro Schiff liegt bei mehr als 100 Mio. Euro. "Wir rechnen damit, dass das erste Spezialschiff im Verlauf des nächsten Jahres ausgeliefert wird", sagte der RWE-Chef. Da dieses auch bei schlechteren Witterungsbedingungen als die meisten bislang im Dienst stehenden Spezialschiffe einsatzfähig sei, werde es noch 2010 zum Einsatz kommen.

RWE baut derzeit seine Windenergiekapazitäten auf dem Meer massiv aus. Bis zum Jahr 2014 sollten Offshore-Windparks mit einer Leistung von 2 300 Megawatt (MW) am Netz sein, sagte der Chef von RWE Innogy, Fritz Vahrenholt. In der Tochter hat RWE sein Geschäft mit erneuerbaren Energien gebündelt. Pro Jahr würden für den Aufbau der neuen Kapazitäten ein Mrd. Euro investiert.

Am Mittwoch hat der Konzern mit Rhyl Flats den zweiten Windpark vor der Küste Wales in Betrieb genommen. Nur wenige Kilometer entfernt will RWE im kommenden Jahr mit dem Bau des Projekts Gwynt y Mor beginnen, das eine Leistung von rund 750 MW haben soll. Die Kosten dafür bezifferte Vahrenholt auf rund zwei Mrd. Euro.

RWE-Chef Großmann wandte sich auch gegen Vorwürfe, der Konzern betreibe mit seiner Ökostromoffensive nur Greenwashing. "Mit der Inbetriebnahme des Windparks Rhyl Flats haben wir eindrucksvoll bewiesen, dass wir es mit Offshore-Windparks Ernst meinen", sagte er.

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