RWE
Großbrand legt Kraftwerk teilweise lahm

Das Braunkohlenkraftwerk Niederaußem bei Köln hat bei einem Feuer schweren Schaden genommen, wie der Betreiber RWE mitteilte. Die Rauchwolke war weithin sichtbar.

HB BERLIN. Das Feuer sei in der Nacht von Freitag auf Samstag aus unbekannter Ursache in einem der neun Blöcke ausgebrochen und habe auf mehrere weitere Blöcke übergegriffen, teilte das Unternehmen am Wochenende mit. Es sei hoher Sachschaden entstanden, der nach ersten vorsichtigen Schätzungen im niedrigen zweistelligen Millionenbereich liegen könne. Die öffentliche Stromversorgung sei nicht gefährdet, weil andere RWE-Kraftwerke die ausgefallene Strommenge lieferten, erklärte das Unternehmen.

Wegen des Brandes könnten in dem Kraftwerk 900 Megawatt Leistung weniger als üblich produziert werden. Bei voller Leistung liefert das Werk 3 850 Megawatt Strom. Wann die drei betroffenen Blöcke mit jeweils 300 Megawatt Leistung wieder in Betrieb gehen können, war am Sonntag nach Angaben von RWE noch unklar. Dies werde sich wohl erst in zwei bis drei Tagen sagen lassen. Die Blöcke seien unterschiedlich stark beschädigt und sollten sukzessive wieder in Betrieb genommen werden. Die Aufräumarbeiten hätten bereits begonnen. Zwei weitere 600-Megawatt-Blöcke des Kraftwerks Niederaußem seien ohnehin zur Revision und Reparaturarbeiten abgeschaltet gewesen.

Das Feuer sei dank umfangreicher Brandschutzmaßnahmen auf den Schwerbaubereich der Kohlebunker begrenzt worden, die übrigen Anlagenteile wie Kesselhaus, Leitstand und Maschinenhaus seien nicht betroffen.

Rund 250 Feuerwehrleute seien im Einsatz gewesen, um den Brand unter Kontrolle zu bringen. Für die Anwohner der umliegenden Orte habe keine Gefahr bestanden, weil der Rauch über freies Feld abgezogen sei. Die 320 Mitarbeiter aus der Anlage selbst seien evakuiert worden.

Das Kraftwerk war nach RWE-Angaben 1963 in Betrieb gegangen und danach bis in die vergangenen Jahre weiter ausgebaut und modernisiert worden. 2003 verstromte das Werk 23,7 Mill. Tonnen Braunkohle und erzeugte 24,1 Mrd. Kilowattstunden Strom, die zur Abdeckung der Grundlast dienten.

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