Der „Dinosaurier“ bleibt auf Atom-Kurs

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Bei RWE stammten nach Unternehmensangaben 2010 knapp 15 Prozent des betrieblichen Ergebnisses von 7,7 Milliarden Euro aus der Kernkraft. Somit lag der Ergebnisbeitrag aus der Kernenergie bei etwa 1,16 Milliarden Euro. Durch die Abschaltung in Biblis stünden derzeit 44 Prozent der installierten Leistung aus Atomkraft still.

Die zu erwartenden Ergebniseinbußen beziffert RWE auf einen dreistelligen Millionenbetrag.

Pro Meiler fielen etwa 30 Millionen Euro im Monat an Ergebnisbeitrag weg, die Atomsteuer und die Kosten für den Förderfonds noch nicht abgezogen. Mittelfristig hält es der Konzern aber sogar für möglich, dass RWE von einem schnelleren Atomausstieg profitieren könnte. Dafür könnte unter anderem der durch das knappere Angebot steigende Strompreis sorgen. An der mittelfristigen Prognose änderte RWE aber bisher nichts. Am Aktienmarkt stiegen RWE-Titel am Mittwoch nur unterdurchschnittlich um knapp zwei Prozent.

Einige Aktionäre forderten Großmann zum Rücktritt auf. Einem vorzeitigen Ausstieg vor Ende seines im September 2012 auslaufenden Vertrags erteilte er aber eine Absage: "Ich habe mich auf fünf Jahre verpflichtet und beabsichtige, das zu erfüllen."

Das Unternehmen wies zudem einen Bericht der "Westfälischen Rundschau" zurück, demzufolge der RWE-Vorstand beschlossen hat, sich mit 20 Prozent am Bau eines AKW in den Niederlanden zu beteiligen.

In die Kritik geriet auch der Einfluss der kommunalen Aktionäre im RWE-Aufsichtsrat. Aktionärssprecher forderten eine deutliche Reduzierung des Einflusses der Kommunen, die nach eigenen Angaben über einen Anteil von rund 25 Prozent an RWE verfügen. Über ihre Vorschlagsliste sollen künftig statt bisher vier nur noch drei Vertreter in das RWE-Kontrollgremium einziehen, teilte das Unternehmen mit.

Faktisch bleibt aber alles beim Alten: Die Mülheimer Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld (SPD) gehört auch künftig dem Aufsichtsrat an, jedoch nicht mehr als Vertreterin der kommunalen Aktionäre. Bei der Abstimmung entfielen auf sie 75,27 Prozent der Ja-Stimmen. Über die Liste der Kommunen zog der Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) in das Gremium ein, der mit einer Zustimmung von 70,92 Prozent das schlechteste Ergebnis aller zehn Mitglieder des Aufsichtsrats erhielt.

Als weitere Vertreter der Kommunen wurden der Landrat des Rhein-Sieg-Kreises Frithjof Kühn (CDU) und Roger Graef vom Verband der kommunalen Aktionäre gewählt. Mit großer Mehrheit stimmten die Aktionäre auch für die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat.

  • 20.04.2011, 23:20 UhrAnonymer Benutzer: Willie

    "..massiver Proteste von Atomkraftgegnern ... 5000 Demonstranten..." ?????
    Lächerlich, anscheined war der Handelsblattvertreter auf einer anderen Veranstaltung....? Nur wenige 100 relativ friedliche Demonstranten begrüßten die Aktionäre mit dem üblichen Frasengetöne über Megaphon und teils selbstgebastelten Plakaten. Und Großmanns Rede war übrigens sachlich ausgewogen und überzeugend, keinesfalls hörte ich eine sture "Atom-Kurs"- Ansage. Die 4 in den Saal eingesickerten Störergrüppchen vermochten es nicht, irgend eine sinnvolle Botschaft an den Mann zu bringen, und sorgten bestenfalls für Amusement oder Mitleid unter den Kleinaktionären im Plenum. Großmann konnte seine Rede ununterbrochen, unbeeindruckt (echt gut der Mann...) und unter wiederholtem Beifall an den Mann bringen.

    Aber vermutlich wird sich das tumbe Protest-Ritual so ähnlich bei der EON-HV übernächste Woche wiederholen.
    Gehen Sie da mal diesmal selbst hin oder passen Sie da ein wenig besser auf, Herr Redakteur!

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