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RWE-Hauptversammlung: Der „Dinosaurier“ bleibt auf Atom-Kurs

Trotz Protesten auf der RWE-Hauptversammlung: Beim dem Energieerzeuger bleibt im Wesentlichen alles beim Alten. Konzernchef Jürgen Großmann geht sogar zum Angriff auf die Regierung über.

RWE-Chef Jürgen Großmann ließ der Protest am Mittwoch kalt. Quelle: dapd
RWE-Chef Jürgen Großmann ließ der Protest am Mittwoch kalt. Quelle: dapd

EssenTrotz massiver Proteste von Atomkraftgegnern lässt Konzernchef Jürgen Großmann nicht an seiner Strategie rütteln. Bei der Hauptversammlung in der Essener Grugahalle prallten am Mittwoch die Fronten von Atomkraftgegnern und Befürwortern aufeinander. Einzelne atomkritische Aktionäre forderten den Rücktritt des Konzernchefs.

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Doch der will seinen Vertrag bis Herbst kommenden Jahres erfüllen.

Zuvor hatten Demonstranten versucht, rund 5000 Aktionäre mit Sitzblockaden und gespannten Wollfäden am Betreten der Versammlungshalle zu hindern. Bei seiner Rede wurde Großmann mehrfach von Sprechchören und Rufen wie "Abschalten" unterbrochen.

Beirren ließ sich der 59-jährige Top-Manager davon nicht. Großmann zeigte sich in dem Konflikt gesprächsbereit - mögliche Zugeständnisse deutete er jedoch nicht an.

"Die deutschen Kernkraftwerke erfüllen die geltenden Sicherheitsanforderungen. In jedem anderen Fall hätten sie bereits zuvor abgeschaltet werden müssen. Daran ändern die Ereignisse in Japan nichts", stellte Großmann fest.

Bereits vor dem Aktionärstreffen war der RWE-Chef nach Informationen von "Spiegel Online" von kommunalen Aktionären des Energiekonzerns massiv kritisiert worden. Grund sei das Festhalten des Managers an der Atomkraft, während ein Teil der Anteilseigner aussteigen wolle, hieß es. Ein Unternehmenssprecher wollte den Bericht auf Anfrage nicht bestätigen. Die kommunale Beiratssitzung sei "sehr ruhig und sachlich" verlaufen, hieß es lediglich.

Mit der Klage des Konzerns gegen das Moratorium der Bundesregierung habe das Unternehmen seine Verpflichtung gegenüber den Aktionären erfüllt, unterstrich Großmann. "Das sind wir Ihnen, unseren Aktionären schuldig." Die Klage sei jedoch keine Kampfansage an die Politik. RWE hatte als einziger deutscher Atomkonzern eine Klage gegen das Moratorium eingereicht.

Die Kritik Großmanns an der Bundesregierung fiel deutlich aus: "Statt den volkswirtschaftlichen Schaden zu begrenzen, konzentriert sich die Politik darauf, Schadenersatzforderungen der Versorger zu vermeiden", sagte er. Dabei dürfe nicht vergessen werden, dass die Privatwirtschaft für die angestrebte Energiewende einen dreistelligen Milliardenbetrag einsetzen müsse. Das Geld dafür stamme zumindest zum Teil aus Kernenergie und fossiler Erzeugung.

  • 20.04.2011, 23:20 UhrAnonymer Benutzer: Willie

    "..massiver Proteste von Atomkraftgegnern ... 5000 Demonstranten..." ?????
    Lächerlich, anscheined war der Handelsblattvertreter auf einer anderen Veranstaltung....? Nur wenige 100 relativ friedliche Demonstranten begrüßten die Aktionäre mit dem üblichen Frasengetöne über Megaphon und teils selbstgebastelten Plakaten. Und Großmanns Rede war übrigens sachlich ausgewogen und überzeugend, keinesfalls hörte ich eine sture "Atom-Kurs"- Ansage. Die 4 in den Saal eingesickerten Störergrüppchen vermochten es nicht, irgend eine sinnvolle Botschaft an den Mann zu bringen, und sorgten bestenfalls für Amusement oder Mitleid unter den Kleinaktionären im Plenum. Großmann konnte seine Rede ununterbrochen, unbeeindruckt (echt gut der Mann...) und unter wiederholtem Beifall an den Mann bringen.

    Aber vermutlich wird sich das tumbe Protest-Ritual so ähnlich bei der EON-HV übernächste Woche wiederholen.
    Gehen Sie da mal diesmal selbst hin oder passen Sie da ein wenig besser auf, Herr Redakteur!

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