RWE und Eon
Energiepakt oder Energiedialog?

RWE-Chef Jürgen Großmann und Eon-Chef Wulf Bernotat haben ein gemeinsames Anliegen: Sie wollen die Branche raus aus der hitzigen Preisdebatte nehmen und streben neue Gespräche mit der Politik an. In der Frage, wie diese Gespräche konkret aussehen sollen, sind sich die Energiemanager aber uneins. Und auch die Politik hat sich bislang noch nicht klar positioniert.

DÜSSELDORF. RWE-Chef Großmann preschte Ende Oktober vor. Nicht einmal einen Monat im Amt, schlug er einen „Energiepakt für Deutschland“ vor – Versorger, Verbraucher und Politik sollen wieder konstruktiv und gemeinsam nach einer „nachhaltigen, sicheren und möglichst preiswerten Energieversorgung“ suchen.

Zuvor war die Debatte um die Marktmacht der großen Versorger heiß gelaufen. Mit der Ankündigung, ihre Strom- und Gaspreise zu erhöhen, hatten Eon und RWE Proteste von Verbrauchern, Politikern undWettbewerbshütern provoziert. Der Neuling und Quereinsteiger – der Stahlmanager Großmann stand bislang auf der anderen Seite – kritisierte dabei offen die Kommunikation der Branche. Er versprach mehr Transparenz und forderte, dass die Versorger zuerst Zugeständnisse machen sollten.

Die Branche reagierte reserviert. Während er seine Initiative mit weiten Teilen der Politik, insbesondere Bundesumweltminister Sigmar Gabriel, abgestimmt hatte, überraschte er seine Amtskollegen. Vor allem Branchenprimus Eon grummelte.

In der Politik – von Gabriel, Wirtschaftsminister Michael Glos und auch Bundeskanzlerin Angela Merkel – wurde das Gesprächsangebot zwar begrüßt, wie bei RWE betont wird. Im Hintergrund bewertete aber insbesondere das Wirtschaftsministerium das Angebot zuletzt skeptisch. Angesichts der angekündigten Preiserhöhungen durch die Konzerne halte man es nicht unbedingt für sinnvoll, mit den Unternehmen zu paktieren, hieß es. Für das Gespräch, das nach Großmanns Wünschen am besten noch in diesem Jahr stattfinden sollte, gibt es bislang auch noch keinen Termin.

Eon-Chef Bernotat befürwortet zwar einen neuen Energiedialog. Er fordert aber einen pragmatischeren Weg. Statt gleich nach großartigen Konzepten zu suchen, sei es wichtiger, „dass man wieder konstruktiv miteinander spricht und die Fakten und Zusammenhänge transparent macht“ – und er hat dafür von Bundeskanzlerin Merkel bereits einen Auftrag erhalten.

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