RWI-Rangliste
Fresenius ist Top-Arbeitgeber im Gesundheitsmarkt

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung hat die größten Arbeitgeber im Gesundheitswesen zusammengestellt. Kliniken und Krankenkassen beschäftigen die meisten Mitarbeiter. Doch Fresenius toppt alle.
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FrankfurtDer Dax-Konzern Fresenius ist der größte Arbeitgeber im deutschen Gesundheitswesen, dank seiner privaten Kliniktochter Helios. Das Unternehmen, das auch klinische Ernährung und Dialysemaschinen herstellt, beschäftigt mehr als 44.000 Mitarbeiter, davon rund drei Viertel bei seiner Konzerntochter Helios.

Das zeigt eine exklusiv dem Handelsblatt vorliegende Liste der größten deutschen Arbeitgeber im Gesundheitswesen, die das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) zusammengestellt hat.

Auf Vollzeitkräfte umgerechnet sind knapp 32.700 Menschen bei Fresenius und den Tochtergesellschaften beschäftigt: Das RWI-Ranking zeigt damit auch deutlich, welch hohe Bedeutung Teilzeitbeschäftigung in der Gesundheitsbranche hat. Basis des Rankings sind die Zahlen der Abschlüsse von 2010, für das abgelaufene Jahr haben viele Unternehmen ihre Zahlen noch nicht veröffentlicht.

Ingesamt führen die privaten Krankenhauskonzerne die Liste der größten Arbeitgeber an, auf den Plätzen zwei bis vier sind die Klinikbetreiber Rhön-Klinikum, Asklepios und Sana zu finden. Aber auch die Krankenkassen haben eine starke Position: Platz fünf belegt die Barmer GEK. Würde man die Beschäftigten in den Landesgesellschaften der Allgemeinen Ortskrankenkasse zusammenrechnen, wäre die AOK mit 53.600 Vollzeitkräften der mit Abstand größte Arbeitgeber im deutschen Gesundheitsmarkt.

Insgesamt zeigt das RWI-Ranking, dass die Gesundheitsbranche ein sehr heterogener Bereich der deutschen Volkswirtschaft ist. Er enthält neben Dienstleistungen wie Kranken- und Alterspflege, die naturgemäß sehr personalintensiv sind, auch industriell produzierende Unternehmen aus dem Bereich Pharma (Bayer, Boehringer Ingelheim) und Medizintechnik (Roche, BBraun Melsungen). Darüber hinaus zählen zu diesem Wirtschaftssektor mit den Krankenversicherungen auch große Finanzdienstleister.

Die Branche ist ein Jobmotor – allein die 100 größten Arbeitgeber im Gesundheitsmarkt haben von 2009 auf 2010 knapp 58.000 neue Vollzeitkräfte eingestellt – ein Wachstum von 9,3 Prozent. Ein Trend, der sich fortsetzen wird, denn nach einer gerade veröffentlichten Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) planen die Betriebe der Gesundheitswirtschaft in diesem Jahr 70.000 neue Stellen zu schaffen.

Laut neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes sind die Ausgaben für Gesundheit in Deutschland 2010 um 3,2 Prozent auf 287,3 Milliarden Euro gestiegen. Mehr als ein Drittel davon entfällt auf Krankenhäuser, Pflegeheime und Reha-Einrichtungen. Besonders stark war der Anstieg im Bereich Pflegedienste: Die ambulanten Einrichtungen wuchsen 2010 um 7,6 Prozent auf zehn Milliarden Euro Umsatz.

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