Saab-Insolvenz
Spyker verklagt GM auf Schadenersatz

Monatelang hatte Saab ums Überleben gekämpft - und dann doch verloren. Vor allem weil die ehemalige Mutter GM einen Verkauf an einen chinesischen Investor verhinderte. Diese Blockade könnte GM nun teuer zu stehen kommen.
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AmsterdamDie beiden Autobauer Spyker und Saab haben den US-Autokonzern General Motors (GM) in den USA auf drei Milliarden Dollar (2,4 Milliarden Euro) verklagt. GM habe seine ehemalige Tochter Saab "direkt und mit Absicht" in die Pleite getrieben, erklärte Spyker am Montag in Den Haag. Der niederländische Sportwagenbauer hatte Saab von GM gekauft, schaffte es aber nicht, das Steuer bei dem defizitären schwedischen Autobauer herumzureißen. Der Weiterverkauf an einen chinesischen Investor war am Widerstand von GM gescheitert. GM verweigerte die Übertragung von Patenten.

Spyker und Saab verlangten "Entschädigung" von General Motors, heißt es in der Erklärung Spykers. Der US-Autokonzern habe "illegal gehandelt", um Konkurrenz durch Saab auf dem chinesischen Markt zu verhindern. GM habe sich in "strafbarer" Weise in ein Geschäft zwischen Spyker, Saab und dem chinesischen Investor Youngman eingeschaltet, das es Saab erlaubt hätte, sich zu sanieren und zahlungsfähig zu bleiben.

Saab gehörte bis Anfang 2010 zu General Motors und wurde dann vom kleinen Sportwagenbauer Spyker übernommen. Im Dezember musste Saab nach mehreren Monaten ohne Produktion und Einnahmen aber Insolvenz beantragen. Als Grund hatte der niederländische Unternehmenschef und Mehrheitseigner Victor Muller den Rückzug des chinesischen Partners Youngman angegeben. Der Spyker-Chef sagte der Nachrichtenagentur Reuters, GM habe gehofft, dass sein Unternehmen mit Saab untergehe. Dies sei aber nicht geschehen. Der geforderte Schadenersatz gebe den Wert wieder, den Saab mit einem Einstieg eines chinesischen Investors dargstellt hätte. Finanziert werde die Klage von einer dritten Partei, die finanziell bei einem Erfolg beteiligt werden soll, die Muller aber nicht nennen wollte.

Saab war im Juni schließlich an ein chinesisch-japanisches Konsortium gegangen. Die Gruppe mit dem Namen National Electric Vehicle Sweden (NEVS) will sich auf den Bau von Elektroautos konzentrieren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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