Saatgutbranche
KWS leidet unter Zuckermarktreform

Die Zuckermarktreform der EU hat den größten deutsche Saatguthersteller KWS Saat im abgelaufenen Geschäftsjahr belastet - allerdings weniger stark als erwartet. Trotz der Einbuße sollen die Aktionäre dieselbe Dividende erhalten wie im Vorjahr.

HB EINBECK. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei bis Ende Juni um 17 Prozent auf 46,7 Millionen Euro gesunken, weil das Geschäft mit Zuckerrübensaaten in der Europäischen Union wegen der verringerten Anbaufläche zurückging, teilte das Unternehmen aus dem niedersächsischen Einbeck am Dienstag mit. Erwartet hatte KWS ein Minus von 20 Prozent. Der Gewinn nach Steuern ging um 18 Prozent auf 28,4 Millionen Euro zurück.

Beim Umsatz konnte KWS (ehemals Kleinwanzlebener Saatzucht) eine sechsprozentige Einbuße bei Zucker mit einem elfprozentigen Plus bei Maissaaten wettmachen, die erstmals den größten Teil zum Konzernumsatz beitrugen. Der Konzernumsatz kletterte um zwei Prozent auf 505 Millionen Euro. Auch das Geschäft in Nordamerika und Osteuropa legte zu. Die Gewinne mit Mais konnten die Einbußen bei Zuckerrüben aber nicht ausgleichen. 2004/05 hatte das Geschäft mit neuen und gentechnisch veränderten Maissorten KWS noch ein Rekordergebnis gebracht.

Trotz der Gewinneinbußen sollen die Aktionäre wie im Vorjahr 1,20 Euro je Aktie erhalten. Zusätzlich zur Dividende von einem Euro wird ein Jubiläumsbonus zum 150-jährigen Bestehen der Firma gezahlt.

Für das neue Geschäftsjahr setzt KWS auch auf ein wachsendes Geschäft mit Pflanzen zur Herstellung von Bio-Kraftstoffen. Die Anbaufläche für Zucker werde dagegen weiter sinken. Zuletzt war der Anbau wegen der neuen Zuckermarktordnung in vielen Regionen der EU finanziell unattraktiver geworden, die bewirtschaftete Fläche sank im vergangenen Geschäftsjahr um ein Fünftel. Daher rechne KWS für 2006/07 mit einem stagnierenden Umsatz und einem leicht steigenden Betriebsergebnis.

Die KWS-Aktie ist seit September im Kleinwerteindex S-Dax notiert.

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