SAB-Miller-Chef
„Globale Größe allein bringt bei Bier nichts“

Der Vorstandschef des weltgrößten Brauereikonzerns SAB Miller äußert sich im großen Handelsblatt-Interview zum geplanten Milliardendeal der Rivalen Inbev und Anheuser-Busch sowie zu den besonderen Gesetzen des Biermarkts. Graham Mackay zeigt zudem Interesse an deutschen Familienunternehmen.

Handelsblatt: Ihr Konkurrent Inbev will den US-Brauer Anheuser-Busch für 46 Milliarden Dollar schlucken und Ihnen die Weltmarktführung streitig machen. Was halten Sie davon?

Mackay: Es wird für Inbev sehr schwer werden, Einsparungen in einer Höhe zu erreichen, die den gebotenen Preis rechtfertigen. Übernahmen auf dem Biermarkt bringen nicht automatisch starke Synergien. Globale Biermarken stecken noch in den Kinderschuhen. Das macht es sehr schwer, grenzüberschreitende Synergien zu erreichen. Und inländische Synergien auf einzelnen Märkten bietet dieser Deal nicht viele. Inbev muss sich also darauf verlassen, dass sie das Geschäft von Anheuser-Busch effizienter führen können als das gegenwärtige Management.

Warum sollte das nicht gelingen?

Wir haben ja einige Erfahrung mit Übernahmen in aller Welt. Dabei haben wir meistens darauf gewettet, dass wir die Geschäfte besser führen konnten als die bisherigen Eigner. Das klappt, wenn ein Unternehmen vielleicht gerade privatisiert worden ist, so dass man mit professionellem, erfahrenem Management viel bewegen kann. Aber Anheuser galt noch vor wenigen Jahren als der wettbewerbsfähigste Brauer der Welt. Man fragt sich, wie sie dort so hohe Einsparungen erreichen wollen, ohne dem Unternehmen zu schaden.

Sie wären also nicht interessiert, als Gegenbieter einzugreifen?

Es wäre sehr schwierig für uns, bei einem solchen Deal zu intervenieren - egal zu welchem Preis. Wir haben ja ein gutes Geschäft und etablierte Markenbeziehungen in den USA.

Inbev könnte auch ein Auge auf SAB werfen, wenn die Übernahme in den USA misslänge. Wie würden Sie darauf reagieren?

Es gäbe Märkte, auf denen wir Synergien hätten, aber auch welche, auf denen kartellrechtliche Eingriffe zu erwarten wären. Wenn Inbev ernsthaft ein Auge auf uns werfen wollte, dann müssten sie bereit sein, einen sehr hohen Preis zu bezahlen. Es wäre außerordentlich schwer für jeden Bieter, unsere Aktionäre davon zu überzeugen, dass sie unsere Geschäfte besser führen könnten als wir selber. Das klingt vielleicht selbstgefällig, aber ich glaube das wirklich.

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