SAB Miller greift nach Foster's
Bierriese will Bierriesen schlucken

SAB Miller, der drittgrößte Bierbrauer der Welt, bietet mehrere Milliarden für den Rivalen Foster's - doch die Australier denken gar nicht daran, auf die überraschende Offerte einzugehen.
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SydneyDer südafrikanische Bierkonzern SAB Miller will den australischen Konkurrenten Foster's übernehmen, stößt dabei aber auf Widerstand. Das bislang noch unverbindliche Angebot über 9,5 Milliarden australische Dollar (sieben Milliarden Euro) bewerte Foster's nicht angemessen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Man werde sich deshalb nicht weiter damit befassen.

So leicht will sich SAB Miller, mit Marken wie Grolsch oder Pilsner Urquell die Nummer drei der Branche weltweit hinter AB Inbev und Heineken, aber nicht abwimmeln lassen. Der Konzern werde weiter den Kontakt zum Verwaltungsrat von Foster's suchen, um eine gütliche Einigung herbeizuführen, sagte SAB-Chef Graham Mackay. Das an der Londoner Börse gelistete Unternehmen bietet 4,90 australische Dollar pro Foster's-Aktie, das entspricht einem Aufschlag von 8,2 Prozent auf den Schlusskurs vom Montag. Die Papiere reagierten am Dienstag nach einer Handelspause mit einem Anstieg von 13 Prozent auf die Nachricht und wurden am Nachmittag bei 5,11 australischen Dollar gehandelt.

Foster’s gilt schon seit Jahren als mögliches Übernahmeziel. Nicht zuletzt als Folge einer gescheiterten Expansion ins Weingeschäft hatte der Konzern seit Mitte der 90er-Jahre stetig an Wert verloren. Das Weingeschäft war schließlich im Mai in eine separate Firma eingebracht und unter dem Namen Treasury Wine Estates an der australischen Börse gelistet worden.

Durch diese Trennung wurde das Biergeschäft von Foster’s wieder attraktiv für mögliche Käufer. Die Firma ist interessant, weil sie in Australien durchschnittliche Margen von 37 Prozent genießt – fast doppelt so viel wie ihre Rivalen in anderen Ländern. Foster’s kontrolliert im Heimatmarkt 50 Prozent des Biergeschäftes. Allerdings ist in den letzten Jahren der Verbrauch von Bier nicht zuletzt als Folge kühleren Wetters deutlich zurückgegangen.

Foster’s ist eine der letzten großen australischen Firmen, die noch nicht in ausländischer Hand sind. In den letzten Jahrzehnten wurden fast alle bekannten Markennamen aufgekauft, meist von amerikanischen Konzernen; darunter der Gebäckhersteller Arnott’s, der Rasenmäher-Fabrikant Victa und der Hersteller von Speedo-Badbekleidung.

Urs Wälterlin
Urs Wälterlin
Handelsblatt / Korrespondent

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