SAB Miller greift nach Foster's

Bierriese will Bierriesen schlucken

SAB Miller, der drittgrößte Bierbrauer der Welt, bietet mehrere Milliarden für den Rivalen Foster's - doch die Australier denken gar nicht daran, auf die überraschende Offerte einzugehen.
Update: 21.06.2011 - 07:52 Uhr 3 Kommentare
Foster's-Flaschen  in einem Laden in Melbourne. Quelle: Reuters

Foster's-Flaschen in einem Laden in Melbourne.

(Foto: Reuters)

SydneyDer südafrikanische Bierkonzern SAB Miller will den australischen Konkurrenten Foster's übernehmen, stößt dabei aber auf Widerstand. Das bislang noch unverbindliche Angebot über 9,5 Milliarden australische Dollar (sieben Milliarden Euro) bewerte Foster's nicht angemessen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Man werde sich deshalb nicht weiter damit befassen.

So leicht will sich SAB Miller, mit Marken wie Grolsch oder Pilsner Urquell die Nummer drei der Branche weltweit hinter AB Inbev und Heineken, aber nicht abwimmeln lassen. Der Konzern werde weiter den Kontakt zum Verwaltungsrat von Foster's suchen, um eine gütliche Einigung herbeizuführen, sagte SAB-Chef Graham Mackay. Das an der Londoner Börse gelistete Unternehmen bietet 4,90 australische Dollar pro Foster's-Aktie, das entspricht einem Aufschlag von 8,2 Prozent auf den Schlusskurs vom Montag. Die Papiere reagierten am Dienstag nach einer Handelspause mit einem Anstieg von 13 Prozent auf die Nachricht und wurden am Nachmittag bei 5,11 australischen Dollar gehandelt.

Anzahl der Brauereien von SABMiller nach Regionen im Jahr 2010

Foster’s gilt schon seit Jahren als mögliches Übernahmeziel. Nicht zuletzt als Folge einer gescheiterten Expansion ins Weingeschäft hatte der Konzern seit Mitte der 90er-Jahre stetig an Wert verloren. Das Weingeschäft war schließlich im Mai in eine separate Firma eingebracht und unter dem Namen Treasury Wine Estates an der australischen Börse gelistet worden.

Durch diese Trennung wurde das Biergeschäft von Foster’s wieder attraktiv für mögliche Käufer. Die Firma ist interessant, weil sie in Australien durchschnittliche Margen von 37 Prozent genießt – fast doppelt so viel wie ihre Rivalen in anderen Ländern. Foster’s kontrolliert im Heimatmarkt 50 Prozent des Biergeschäftes. Allerdings ist in den letzten Jahren der Verbrauch von Bier nicht zuletzt als Folge kühleren Wetters deutlich zurückgegangen.

Entwicklung des Pro-Kopf-Verbrauchs von Bier in Deutschland 2000-2010

Foster’s ist eine der letzten großen australischen Firmen, die noch nicht in ausländischer Hand sind. In den letzten Jahrzehnten wurden fast alle bekannten Markennamen aufgekauft, meist von amerikanischen Konzernen; darunter der Gebäckhersteller Arnott’s, der Rasenmäher-Fabrikant Victa und der Hersteller von Speedo-Badbekleidung.

Die größten Brauereien der Welt
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Die Fußball-WM konnte die Jahresbilanz nicht retten: Im vergangenen Jahr setzten die in Deutschland ansässigen Brauereien und Bierlager 98,3 Millionen Hektoliter Bier ab. Das waren nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes rund 1,7 Millionen Hektoliter oder 1,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch weltweit gehören die deutschen Brauereien längst nicht mehr zur Weltspitze - zumindest nicht im Hinblick auf ihren Ausstoß. Nur wenige deutsche Brauer schaffen es unter die globalen Branchengrößen.

Foto: dpa

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Immerhin unter die ersten Vierzig der weltgrößten Brauereien schaffte es Bitburger. Das Unternehmen hatte 2010 einen Marktanteil von müden 0,4 Prozent am weltweiten Ausstoß von 1 846 Millionen Hektoliter und landete damit auf Platz 37 der Branchenübersicht des Hopfenhändlers Barth-Haas Group. Bitburger verdeutlicht, was für alle deutschen Brauereien gilt: Sie können international nicht mithalten. Den Anschluss an den Weltmarkt hätten die Unternehmen trotz des guten Rufs der deutschen Biere verpasst, meinen Branchenkenner.

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Nur wenig besser schneidet Oettinger ab. Die Bayern standen mit einem Marktanteil von 0,4 Prozent auf Platz 33. Damit gehört Oettinger in Deutschland noch zu den großen Brauern. Die meisten der etwa 1.200 Betriebe sind klein und in Familienhand. Zuletzt wuchs auch die Zahl der Kleinstbrauereien, die ihr Produkt nur in einer Gaststätte anbieten.

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In Deutschland liegt die Oetker-Tochter Radeberger mit 13,1 Millionen Hektolitern an der Spitze; weltweit reicht es für den 22. Platz. Die Gruppe, die mehr als 40 Biermarken in allen Regionen Deutschlands vermarktet, hielt einen Anteil von 0,7 Prozent am Weltmarkt.

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Inzwischen ist Femsa mit seiner Marke "Sol" nicht mehr direkt im Biergeschäft vertreten: Nachdem Heineken das Biergeschäft der Mexikaner übernommen hatte, schloss Femsa im April 2010 den eigenen Verkauf. 2009 aber tauchte Femsa noch auf Platz 10 des weltweiten Brauer-Vergleichs auf. Der Marktanteil betrug 2,2 Prozent. Foto: pr

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Die chinesische Brauerei Yanjing erreichte mit 50,3 Millionen Hektolitern (entspricht einem Marktanteil von 2,7 Prozent) Rang 8. Asien gilt als Wachstumsmarkt, auch für die Brauer. Deutsche Unternehmen sind hier kaum präsent.

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Etwas mehr verkaufte die mexikanische Grupo Modelo. Aushängeschild ist Corona, die führende Marke in Mexiko und das weltweit beliebteste mexikanische Bier. Grupo Modelo steht in der Branchenübersicht für 2010 auf Platz 7. Laut Barth-Haas Group hatten die Mexikaner 51,9 Millionen Hektoliter Bier verkauft - 2,8 Prozent Marktanteil.

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