SAB-Miller und Anheuser-Busch kämpfen um Brauerei
Erster feindlicher Übernahmeversuch in China

In China steht offenbar eine Übernahmeschlacht um eine Brauerei bevor. Die beiden größten Brauereikonzerne der Welt, SAB-Miller und Anheuser-Busch, konkurrieren um die chinesische Harbin Brewery Goup.

Bloomberg PEKING. SAB-Miller bietet 4,30 Hongkong (HK) -Dollar für die 70,6 % an Harbin, die ihr noch nicht gehören. Dazu gehört eine Beteiligung von 29 %, die Anheuser-Busch erst in dieser Woche erworben hat. Spekulationen, dass der US-Braugigant sich nun auf ein Bietergefecht einlässt und mit einem höheren Gebot auftrumpft, haben den Aktienkurs von Harbin am Mittwoch in der Spitze um 50 % Prozent in die Höhe getrieben. Er liegt jetzt bei 4,83 HK-Dollar.

„Wir rechnen mit einem Bieterkrieg", schreibt Charles Cheung, Analyst der Citigroup, in einem Bericht. Die Citigroup geht mit großer Wahrscheinlichkeit davon aus, dass Anheuser-Busch schließlich obsiegen wird.

Anheuser-Busch und die in London beheimatete SAB-Miller wollen auf dem rund 6 Mrd. US–Dollar schweren chinesischen Biermarkt mit seinem enormen Wachstumspotenzial weiter wachsen. Auch der niederländische Brauriese Heineken hat sich bereits an einer chinesischen Brauereien beteiligt, um im Reich der Mitte Fuß zu fassen. Die Bierbranche ist eine der wenigen chinesischen Industrien, in der es keine staatlichen Eigentumsbeschränkungen für ausländische Unternehmen gibt.

Wir sehen unsere Beteiligung an der Harbin Brewery als strategisch wichtig für unser Unternehmen und die chinesische Bierbranche an“, erklärte gestern Steve Burrows, Vorstandschef von Anheuser-Busch. Am Sonntag hat der US-Konzern mitgeteilt, dass er den staatlichen Anteil an der ältesten Brauerei Chinas für 139 Mio. US-Dollar erworben hatte, nachdem sich die Regierung mit SAB-Miller nicht über einen Preis einigen konnte.

Nach den Wertpapiergesetzen in Hongkong kann keine der beiden Brauereien ihren Anteil auf über 30 % erhöhen, ohne für den Rest des Unternehmens ebenfalls ein Gebot abzugeben. „Wir werden am Ende einen höheren Preis zahlen, als den, über den wir damals diskutiert haben“, sagte Graham Mackay, Vorstandschef von SAB-Miller, auf einer Pressekonferenz. SAB-Miller kündigte an, innerhalb von 21 Tagen ein förmliches Angebot an die Aktionäre zu senden. Dies wäre der erste feindliche Übernahmeversuch in China. Die Börsen in London und New York reagierten mit kaum spürbaren Kursveränderungen auf die Übernahmeschlacht in Fernost.

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