Sachalin II
Gazprom erobert Gasfeld

Der russische Energiegigant Gazprom hat sich durchgesetzt und übernimmt die Führung des weltgrößten Öl- und Gasförderprojekts Sachalin II. Russlands Präsident Putin zeigt sich zufrieden. Verlierer der ganzen Geschichte ist nach Expertenmeinung Shell. Der britisch-niederländische Konzern sah sich einer beispiellosen Kampagne russischer Behörden ausgesetzt.

dih/tom MOSKAU. Das Geschäft teilte der bisherige Mehrheitseigner Royal Dutch Shell am Donnerstagabend nach wochenlangen Verhandlungen mit. Gazprom zahlt 7,45 Mrd. Dollar für 50 Prozent plus einer Aktie an dem kostspieligen und strategisch wichtigen Projekt. Nur wenige Minuten nach Bekanntgabe der Einigung sicherte Präsident Wladimir Putin dem Projekt seine volle Unterstützung zu. Alle Umweltfragen, die das Projekt zuletzt aufgehalten hatten, seien erledigt.

Shell gibt die Hälfte seines Anteils von 55 Prozent an Gazprom ab. Auch die beiden anderen Eigner, die japanischen Firmen Mitsui und Mitsubishi, die 25 beziehungsweise 20 Prozent am Projekt-Konsortium Sakhalin Energy Investment halten, trennen sich von der Hälfte ihrer Anteile. Die Vereinbarung bewertet das Vorhaben, in das die Partner bisher zwölf Mrd. Dollar gesteckt haben, also mit knapp 15 Mrd. Dollar.

Bisher war Sachalin-2 das einzige größere russische Energieprojekt, das vollständig in ausländischer Hand lag. Gazprom werde als Hauptaktionär maßgeblichen Einfluss auf das Fördervorhaben nehmen, teilten die Unternehmen mit. Shell bleibe aber als technischer Berater involviert und am Management beteiligt.

Parallel dazu einigten sich die Konsortialpartner mit der russischen Regierung auf ein erhöhtes Investitionsbudget. Die Regierung hatte kritisiert, dass sich die Kosten des Projekts verdoppelt haben. Erst wenn diese durch Verkaufserlöse eingespielt sind, muss das Konsortium Steuern an den Staat zahlen.

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