Sachsen
Umwelttechnik beflügelt den Arbeitsmarkt

In Sachsen produzieren Unternehmen die Umwelttechnik der Zukunft. Jetzt sagt eine Studie von Roland Berger der Branche großes Wachstum voraus. Das technische Know-how dafür beruht auch auf der Vergangenheit des Freistaates.

DRESDEN. Die Unterwasserwelt vor der brasilianischen Insel Fernando de Noronha funkelt im gebrochenen Sonnenlicht kristallklar. Sporttaucher erfreuen sich am Anblick von Fischen und Korallen - und ahnen nicht, dass sie dieses ungetrübte Vergnügen auch Umwelttechnik aus Sachsen zu verdanken haben.

Denn ohne die Kleinkläranlage MF des Leipziger Unternehmens Busse IS würden Abwässer womöglich schmutzig in das Meer eingeleitet werden. "Die Anlage sorgt dafür, dass das Abwasser der angrenzenden Häuser hygienisch ist und sogar als Brauchwasser wiederverwendet werden könnte", erklärt Geschäftsführerin Anja Busse.

Als einzige Kleinanlage nutzt die MF die effiziente Membrantechnik großer Klärwerke. Busse IS hat sie bereits in zehn Ländern verkauft. Die Kläranlage steht stellvertretend für die Innovationskraft und den Erfolg sächsischer Unternehmen in der Umwelttechnik. "Die gilt im Land als Zukunftsbranche Nummer eins", sagt Burkhard Zscheischler, Leiter des Marketings bei der Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS). In der Studie "Green-Tech Sachsen" sagen die Berater von Roland Berger Strategy Consultants dem Wirtschaftszweig im Freistaat dieses Jahr ein Wachstum von 14 Prozent voraus.

Das sächsische Know-how in der Umwelttechnik beruht auf der Vergangenheit des Landes. Die Expertise in ökologischen Fragen geht auch zurück auf die Beseitigung von Altlasten aus der DDR-Zeit. "Bei der Bodensanierung gehören sächsische Unternehmen weltweit zu den technologisch führenden Anbietern", sagt Torsten Henzelmann, der bei Roland Berger für die Green-Tech-Studien zuständig ist.

Der Umsatz der Umwelttechnikbranche betrug im Jahr 2007 5,6 Mrd. Euro. Das entspricht rund sechs Prozent des Bruttoinlandprodukts des Freistaats. Bis zum Jahr 2020 könnte der Anteil auf elf Prozent steigen und sich damit laut Studie fast verdoppelt haben.

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