SAF-Holland-Chef Borghardt
„Die Euro-Krise können wir verkraften“

Das deutsch-amerikanische Unternehmen SAF-Holland gehört zu den führenden Lkw-Zulieferern - und will weiter wachsen. Im Interview erklärt Unternehmenschef Detlef Borghardt, wie er der Krise trotzen will.
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Handelsblatt: Vor wenigen Tagen haben Sie ihre bestehende Refinanzierung abgelöst und eine neue Kreditlinie von 260 Millionen Euro verhandelt, um damit ihr Wachstum zu finanzieren. Wie will SAF-Holland in der Krise wachsen?

Wir wollen unsere Marktanteile im Geschäft mit Auflieger- und Anhänger-Systemen ausbauen. Außerdem wächst unser Geschäft mit Ersatzteilen. Auch hier wollen wir neue Kunden gewinnen, indem wir unseren Vertrieb intensivieren und neue Produkte anbieten. Und zu guter Letzt planen wir ein stärkeres Engagement in den BRIC-Staaten. Dabei hilft uns unsere neue Kreditlinie mit besseren Konditionen und einer längeren Laufzeit. Unsere Refinanzierung haben wir damit erfolgreich abgeschlossen.

Zuletzt wurden immer wieder Gerüchte laut, dass sie eine Mittelstandsanleihe an den Markt bringen wollen, um ihr Wachstum zu finanzieren. Hat sich das jetzt erledigt?

Wir wollten in der Vergangenheit einen Bond platzieren. Doch die Situation an den Finanzmärkten gab das damals zu vernünftigen Konditionen nicht her. Eine Finanzierung über Unternehmensanleihen finden wir vor generell attraktiv und sehen es als eine gute Diversifizierung im Finanzierungsportfolio an. Jedoch muss der Zeitpunkt passen.

Während die Märkte in Südeuropa schwächeln kommen Sie bisher relativ unbeschadet durch die Krise. Warum?

Die Marktabschwächung in Europa können wir sehr gut verkraften. Die schwache Nachfrage im Truckgeschäft trifft uns nur am Rande. Für die europäischen Truck-OEMs  produzieren wir im Wesentlichen Sattelkupplungen. Da wir in diesem Segment in Europa nicht der größte Spieler sind, sind auch die Marktschwankungen für uns nicht so stark zu spüren. Unsere Abhängigkeit von der Truckindustrie auf dem nordamerikanischen Markt ist deutlich höher. In den Geschäftsbereichen, in denen wir den Großteil der Umsätze in Europa machen, halten sich die Umsatzverluste im Rahmen. Anhänger und Auflieger verkaufen sich zwar etwas schlechter als letztes Jahr, aber die Umsatzrückgänge liegen im einstelligen Prozentbereich. Und Geschäfte, die hier schlechter laufen, können wir durch gut laufende Geschäfte im Mittleren Osten, Afrika oder Australien kompensieren.

Für einen Mittelständler sind sie außergewöhnlich international aufgestellt, sie produzieren an 17 Standorten. Verlieren die Industrienationen USA und Europa ihre Bedeutung?

Nein. Europa und Nordamerika werden auch weiterhin unsere wichtigsten Märkte sein. Auch Wachstum, was für uns sehr wichtig ist, sehen wir vor allem in Nordamerika im Bereich der Achsen und Luftfederungssysteme. Unseren Marktanteil für Trailer in den USA wollen wir verdoppeln. Dafür haben wir schon investiert und sind auf einem sehr, sehr guten Weg.

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