Salz- und Düngemittelbranche
K+S will die Werra weniger versalzen

Der Salz- und Düngemittelhersteller K+S will seine umstrittenen Salzeinleitungen in die Werra halbieren. Der Kasseler Konzern will dafür in den nächsten sieben Jahren bis zu 360 Mio. Euro investieren und zieht inzwischen auch den Bau einer Salzwasserleitung in die Nordsee in Betracht.

HB DÜSSELDORF. K+S reagiert damit auf politische Forderungen, seine Salzeinleitungen in Werra und Weser deutlich zu reduzieren. K+S habe Schritte beschlossen, um das derzeit anfallende Salzwasser seiner Kali-Werke Neuhof bei Fulda, in Heringen und Philippsthal in Osthessen sowie im thüringischen Unterbreizbach ab 2011 deutlich zu verringern, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Bis spätestens 2015 solle es auf sieben Mio. Kubikmeter im Jahr halbiert werden.

Nach der noch bis 2012 laufenden Genehmigung darf die Firma salzhaltige Abwässer, die bei der Kaliproduktion anfallen, in die Werra leiten, solange der Grenzwert von 2500 Milligramm Chlorid pro Liter nicht überschritten wird. Ein neuer Grenzwert wurde noch nicht festgelegt. K+S will mit den geplanten Maßnahmen den Chlorid-Grenzwert schrittweise auf 1700 Milligramm pro Liter reduzieren.

Der Löwenanteil der Investitionen entfällt auf den Bau einer Anlage zum Eindampfen der in der Produktion anfallenden Salzlösungen, die dann unter Tage deponiert werden können. Daneben soll unter anderem die Nassgewinnung des Salz-Minerals Kieserit auf ein trockenes Verfahren umgestellt werden, wodurch der Salzwasseranfall deutlich verringert wird. "Wir sind damit an die Grenzen des aus heutiger Sicht bis zum Jahr 2015 technisch Machbaren und des wirtschaftlich Vertretbaren gegangen", erklärte K+S-Chef Norbert Steiner.

K+S zeigte sich davon überzeugt, mit dem Konzept Genehmigungen zur langfristigen Weiterführung der Betriebe zu erhalten. Mit den Landesregierungen in Hessen und Thüringen steht K+S in Verhandlungen über öffentlich-rechtliche Verträge, die die Landtage beider Länder im vergangenen Jahr forderten. Der Konzern will zudem seine Mitarbeit am Runden Tisch zum Gewässerschutz von Werra und Weser fortsetzen. Es gebe Überlegungen zum Bau einer Salzwasserleitung bis zur Nordsee, erklärte Steiner.

Nach dem Willen der geplanten Minderheitsregierung von SPD und Grünen in Hessen soll die Werra bis 2020 wieder zu einem "naturnahen Gewässer" werden. "Das ist ein Traum, den niemand erfüllen kann", sagte der K+S-Sprecher. Die Forderung entbehre jeder Grundlage. K+S war bei Umweltschützern und Politik wegen seiner Salzwassereinleitungen unter Beschuss geraten. Befürworter argumentieren dagegen mit den rund 5000 Arbeitsplätzen im hessisch-thüringischen Kalirevier.

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