Salzgitter geht die Luft aus
K+S steigt in den Dax auf

Beim designierten Dax-Aufsteiger K+S setzt man darauf, dass mit dem Einzug unter die 30 deutschen Top-Werte auch ein Umdenken in Deutschland im Umgang mit der Förderung von Rohstoffen verbunden ist.

scc/sgr/shf FRANKFURT. "Wir hoffen, dass mit einem Rohstoff-Konzern wie K+S wieder etwas mehr wahrgenommen wird, was wir in den letzten Jahren in Deutschland schon fast vergessen haben: dass wir industrielle Kerne erhalten und pflegen müssen", sagte Vorstandsvorsitzender Norbert Steiner im Interview mit dem Handelsblatt. Die Rohstoff-Förderung in Deutschland habe eine Zukunft, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

Das Kasseler Unternehmen profitierte in den vergangenen Jahren von enorm gestiegenen Düngemittelpreisen, wodurch sich der Aktienkurs in den vergangenen drei Jahren verachtfacht hat. Der Aufstieg in den Dax, über den die Deutsche Börse am Mittwoch entscheidet, ist für Analysten wie Christian Stocker von der Unicredit wegen des immens gestiegenen Börsenwertes seit langem beschlossene Sache. K+S gilt schon jetzt als bester Dax-Aufsteiger seit der Deutschen Telekom vor über einem Jahrzehnt. Unter den 30 deutschen Top-Werten brächte das auf Anhieb einen soliden Mittelplatz - noch vor so etablierten Namen wie Adidas, BMW oder der Lufthansa.

Die neue Popularität, die die Dax-Mitgliedschaft mit sich bringt, hat indes nicht nur Vorteile. Da K+S relativ zum Gewinn noch immer durchschnittlich bewertet ist und die beiden größten Aktionäre jeweils nur zehn Prozent der Anteile halten, könnte der Aufsteiger zum Übernahme-Objekt werden. "Das kann man nie völlig ausschließen. Schließlich sind wir attraktiv", sagt K+S-Chef Steiner. Für Investoren, die vom K+S-Kurs überzeugt sind, sei er jedoch immer offen.

Einen zweiten Wechsel im Dax - das gab es zuletzt bei einer Indexüberprüfung im Jahr 1990 - wird es auch bei der Entscheidung am Mittwoch nicht geben. Wackelkandidat Hypo Real Estate hat es doch noch geschafft, seinen Platz im Dax zu behaupten. Dabei kam ihm allerdings nicht die eigene Stärke, sondern die Schwäche des aussichtsreichsten Aufstiegskandidaten Salzgitter zugute. Dessen Kurs ging auf der Zielgeraden die Luft aus.

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