Sammelklage in den USA
Entscheidung zu ABB-Asbestvergleich fällt Ende Februar

Der Elektrotechnikkonzern ABB könnte seinen Asbest-Vergleich in den USA bald abschließen. Das zuständige Bezirksgericht hat die Anhörung für den Vergleichsplan für den 28. Februar angesetzt.

HB ZÜRICH. Falls der Richter den Vergleich bestätige und innerhalb einer Frist von 30 Tagen keine Einsprachen eingereicht werden, könne der Vergleich dann umgesetzt werden, teilte ABB am Donnerstag mit. Ende Dezember hatte ABB die wohl vorletzte Stufe des Asbest-Vergleichs erreicht, als das Konkursgericht in Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania den Konkursplan für die ABB-Tochtergesellschaft Combustion Engineering zugestimmt und dem zuständigen District Court (Bezirksgericht) empfohlen hatte, den ganzen Asbest-Vergleich im Umfang von 1,43 Milliarden Dollar endgültig zu genehmigen.

An der festeren Börse stiegen die ABB-Aktien bis gegen 13:00 Uhr um 0,7 Prozent auf 13,95 sfr. Der Index der europäischen Industriegüter- und Service-Unternehmen lag gut ein Prozent im Plus.

Dreh- und Angelpunkt der ganzen Problematik war die Konzernfirma Combustion. Die Firma hatte in früheren Jahren in ihren Kesselanlagen Asbest verarbeitet und das Vermögen der Firma bildet nun den Hauptteil der Entschädigung für die Menschen, die tatsächliche oder potenzielle Asbest-Schäden davongetragen und in einer Sammelklage zu Tausenden gegen ABB geklagt haben. Auch die Konzernmutter muss zusätzliche Millionen aufbringen, die in den vergangenen Jahren bereits zurückgestellt wurden.

Dass das Bezirksgericht, bei dem der Ball nun liegt, den Vergleich zurückweist, gilt unter Analysten als eher unwahrscheinlich. Das gleiche Gericht hatte bereits früher einem für die Kläger schlechteren Abkommen zugestimmt. Allerdings hat ABB in der Asbest-Angelegenheit schlechte Erfahrungen machen müssen. Der Vergleich schien schon früher einmal auf der Zielgeraden und dann kamen doch wieder neue Einsprüche. Weiter offen ist der Fall der ebenfalls involvierten ABB Lumus Global, der allerdings bereits eine 96-prozentige Zustimmung der Betroffenen erhalten hat. Der Lumus-Plan wurde noch nicht beim Konkursgericht eingereicht, teilte ABB mit. Mit dem Abschluss des Asbest-Vergleichs verknüpft ist auch die für ABB wichtige Frage des Kreditratings. Jüngst hatte die Rating-Agentur Standard & Poor's ABB eine Höherstufung nach der Lösung der Asbest-Frage in Aussicht gestellt. Wenn das Asbest-Problem vom Tisch sei, werde das Rating auf „BBB-“ von „BB+“ angehoben, hatte es Anfang Februar geheissen. Damit würde ABB wieder über einen so genannten Investment-Grade verfügen. Damit könnten Pensionskassen und institutionelle Anleger mit strengen Auflagen für ihre Anlagen wieder in ABB-Aktien investieren.

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