Sammelsystem der Hersteller
Bürger zahlen doppelt für Elektroschrott

Am Freitag startet ein neues Sammelsystem für Elektroschrott, an das sich alle Bürger halten müssen. Ausrangierte Geräte von der elektrischen Zahnbürste bis zur Mikrowelle dürfen dann nicht mehr in die Mülltonne, sondern müssen extra entsorgt werden. Das kostet. Von sinkenden Gebühren beim entlasteten Hausmüll wollen die Kommunen aber nichts wissen.

HB BERLIN. Die für Hersteller und Importeure erwarteten Kosten von 300 bis 500 Mill. Euro müssten beim Kauf neuer Produkte an die Konsumenten weitergegeben werden, teilte der Zentralverband Elektrotechnik und Elektronikindustrie (ZVEI) am Montag in Berlin mit. Deutlich teurer werden dürften demnach vor allem Energiesparlampen und Kühlgeräte, weil ihre Entsorgung kompliziert ist. „Da gleichzeitig die Entsorgungskosten für die allermeisten Kommunen sinken, sollte die neue Regelung für den Verbraucher kostenneutral sein“, mutmaßte ZVEI-Umweltexperte Otmar Frey. Der Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) widersprach jedoch sogleich: „Von einer Senkung der Gebühren kann keine Rede sein.“

Damit bleiben wohl die Verbraucher im vollen Umfang auf den Kosten sitzen. Diese liegen bei 8 Euro für eine Waschmaschine (der Schrottwert senkt den Entsorgungspreis), 15 Euro für einen Kühlschrank (teuer wegen der ozonschädlichen Kühlstoffe) und rund 10 Euro für einen Fernseher. Als besonders teuer wird das Recycling von Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen, weil sie in geringen Mengen Gifte enthalten und zudem sehr vorsichtig transportiert werden müssen. Hier machten die Entsorgungskosten 20 bis 60 Prozent des Gerätepreises ausm, heißt es vom ZVEI.

Um wie viel teurer neue Geräte im Durchschnitt werden könnten, wollte Umweltspezialist Frey nicht prognostizieren. Es hänge auch vom Markt ab, welche Steigerungen durchsetzbar seien, sagte ZVEI-Geschäftsführer Gotthard Graß. Er verwies auf den teils scharfen Wettbewerb bei Elektronikgeräten. Die Erhöhung würden schleichend kommen oder seien sogar schon erfolgt, vermutete Frey.

Ab dem 24. März gilt für Verbraucher die Pflicht, alle schrottreifen Elektrogeräte bei kommunalen Sammelstellen abzuliefern. Diese müssen sie kostenlos annehmen. Das gilt auch für alte Fernseher oder Kühlschränke, die schon lange im Keller stehen. Die normale Mülltonne ist für alle Elektrogeräte künftig tabu. Die Hersteller sind nach dem neuen Elektrogerätegesetz verpflichtet, die Altgeräte bei den Kommunen abzuholen und zu verwerten.

Seite 1:

Bürger zahlen doppelt für Elektroschrott

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%