Samsung und LG
Blut ist dicker als Wasser

In Südkorea bleibt noch immer alles in der Familie: Bei Samsung macht der Firmengründer-Sohn zwei Sprösslinge zu Präsidenten, bei LG kommt der neue Chef ebenfalls aus der Familie.
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TOKIO. Koreaner, so sagt man in Asien, sind schroff und ruppig, so lange man sich nicht persönlich kennt. Dann aber können sie herzlich und zu großen Freundschaftsgesten bereit sein. Noch besser kann sich fühlen, wer zur Familie gehört. Die Familie ist in Korea alles, sie sichert das Fortkommen der Sprösslinge, die wiederum die Eltern später nicht vergessen.

In der südkoreanischen Wirtschaft haben sie ein Wort dafür gefunden: "Chaebol". Es steht für die großen Unternehmenskonglomerate, zusammengehalten durch enge Familienbande. So vererbt sich Einfluss, Macht und Reichtum. Es gab Zeiten, da glaubten Experten, Chaebol werde aussterben.

Dass diese Prophezeiung nicht eingetreten ist, zeigen die jüngsten Führungswechsel in zwei der größten südkoreanischen Konzerne, den Elektronik-Giganten Samsung und LG. Am Freitag hob bei Samsung, dem weltgrößten Elektronikhersteller, Firmengründer-Sohn Kun-hee Lee (68) seinen Sohn auf einen einflussreichen Präsidentenposten in der Unternehmensgruppe.

Der Schritt gilt als Vorbereitung darauf, den Sohn Jae-yong (42), bisher Vizepräsident und COO von Samsung Electronics, als CEO zu etablieren. Gleichzeitig machte Lee, selbst Chairman des Unternehmens, seine älteste Tochter zu CEO und Präsidentin der Tochterfirmen Hotel Shilla und Samsung Everland.

Zuvor hatte es Ende September bei LG Electronics, dem drittgrößten Handy-Hersteller der Welt, einen ähnlichen Führungswechsel gegeben. Der amtierende Chef Yong Nam musste mit Koo Bon Yoon (58) einem Enkel des Unternehmensgründers weichen. Der Neue steht nicht nur in der Liste der reichsten Südkoreaner auf Rang 15, er ist zugleich auch der jüngere Bruder des Chairmans der gesamten LG-Gruppe, Koo Bon Moo. Chaebol lebt - mehr denn je.

Das Problem dieses Prinzip ist allerdings, dass mitunter nicht die Besten auf den besten Plätzen landen. Mit dem Lee-Sohn rückt bei Samsung ein unbeschriebenes Blatt in eine vordere Position. Er hat an der Seoul National-Universität studiert, einen MBA der japanischen Keio Universität vorzuweisen sowie eine Zeit an der Harvard Business School.

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