Sanierung
Einigung bei VW noch offen

Das Gezerre um ein geplantes Sanierungskonzept für den Autohersteller VW geht weiter. Offenbar gibt es Fortschritte bei den Gesprächen, aber noch keine definitive Einigung.

HB HANNOVER. Nach Angaben der IG Metall ist es noch zu früh, um von einem Kompromiss zu reden. „Es kann noch keinen Kompromiss geben, weil die große Tarifkommission der IG Metall noch nicht entschieden hat, ob es überhaupt formelle Tarifverhandlungen geben wird“, sagte ein IG-Metall-Sprecher am Samstag in Hannover. Er wies damit einen Bericht des Magazins „Focus“ zurück. „Die Chancen stehen aber nicht schlecht, dass die Tarifkommission sich für die Aufnahme von Verhandlungen mit VW entscheidet“, fügte der Gewerkschaftssprecher hinzu. Dies hatte IG-Metall-Chef Hartmut Meine am Freitag nach den Gesprächen mit VW vorgeschlagen.

Ein Sprecher des VW-Betriebsrates dementierte den „Focus“-Bericht, wonach sich VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh und die Konzernspitze bereits im Kern auf neue Arbeitsbedingungen geeinigt haben sollen. Dem Bericht zufolge soll die Arbeitszeit auf rund 35 Stunden pro Woche ohne Lohnausgleich erhöht werden. Im Gegenzug solle es eine langfristige Arbeitsplatzgarantie über 2011 hinaus geben, hieß es in dem Magazin ohne Angabe von Quellen. „Das wäre Herrn Osterloh zu wenig“, sagte dazu der Betriebsratssprecher. „Der Bericht ist nicht richtig.“ Bei VW war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

IG-Metall-Chef Meine hatte nach den Gesprächen mit Volkswagen über die Sanierung der ertragsschwachen Kernmarke VW gesagt, er werde der Tarifkommission am Montag vorschlagen, Tarifverhandlungen mit VW aufzunehmen. Beide Seiten hätten erste Fortschritte erzielt, hatte Meine dies begründet. Meine zufolge hat VW Grundzüge eines Konzepts vorgestellt, mit dem eine Auslastung der sechs westdeutschen Montage- und Komponentenwerke erreicht werden soll.

Zuvor hatte VW-Personalvorstand Horst Neumann Vorschläge angekündigt, wie durch eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden ohne Lohnausgleich die Beschäftigung in den Werken gesichert werden soll. Enthalten sei auch ein Vorschlag für ein zweites Volumenmodell, das in dem schwach ausgelasteten Stammwerk in Wolfsburg vom Band rollen soll, sagte Neumann. Das Stammwerk in Wolfsburg, wo das Erfolgsmodell Golf produziert wird, ist nur zu 70 Prozent ausgelastet.

VW hat im Zuge seiner Sanierungsbemühungen rund 20 000 Arbeitsplätze in den westdeutschen Werken in Frage gestellt - ein Fünftel der Belegschaft.

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