Sanierung
Opel vor ungewisser Zukunft

Beim angeschlagenen Autobauer Opel drängt die Zeit. Lösungsvorschläge werden immer drastischer. Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) hat jetzt einen staatlichen Einstieg ins Spiel gebracht. Der Chef der General-Motors-Tochter, Hans Demant, hält Werksschließungen für möglich, schließt aber einen noch radikaleren Schritt aus.

HB DÜSSELDORF. Eine Opel-Insolvenz wie sie von der Bundesregierung ins Gespräch gebracht wurde, kommt für Demant nicht in Frage: "Insolvenz ist für uns keine Alternative. Wir führen keine Insolvenzgespräche und wollen auch keine führen. Wir sind zuversichtlich, dass wir mit der Politik andere Lösungen finden, die die Zukunft von Opel sichern", sagte Demant im Interview mit der Wirtschaftswoche.

Um drastische Sparmaßnahmen kommt der Traditionskonzern aber nach Darstellung von Demant nicht herum: Das Unternehmen bereite bereits ein umfangreiches Sparprogramm für die europäischen Standorte vor. Sogar Werksschließungen würden geprüft. Der Opel-Chef kündigte weitere "schmerzhafte Maßnahmen" an, etwa einen Personalabbau oder die Auflösung von Organisationen. Davon wären auch deutsche Standorte betroffen. Sie könnten wegen der hohen Kosten dort nicht verschont bleiben, sagte Demant.

Einen anderen Lösungsversuch für die Krise brachte jetzt Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) ins Spiel: Notfalls solle sich der Staat an dem angeschlagenen Autobauer beteiligen. "Ich fürchte mich nicht davor, dass der Staat bei Opel einsteigt", sagte Scholz der "Bild am Sonntag". "Angst sollte man vor so einer Entscheidung nicht haben, es sollte nur keine Dauerperspektive sein." Jedenfalls solle das Unternehmen unter allen Umständen gerettet werden: "Opel sterben zu lassen, wäre mehr als ein Fehler, es wäre ein unentschuldbares Regierungsversagen", betonte der Minister.

Auch er hält eine Insolvenz für die denkbar schlechteste Variante. Sie würde die Wirtschaft und die Beschäftigten mit Milliarden-Kosten belasten. Im Falle einer Pleite müsste betriebliche Altersversorgung der Opel-Mitarbeiter vom Pensionssicherungsverein gedeckt werden. "Das ist eine Belastung, die wahrscheinlich teurer wäre als alles, was wir an öffentlichen Mitteln aufwenden müssen, um Opel zu retten", sagte Scholz. Wenn ein so großes Unternehmen wie Opel pleite gehe, koste das schnell viele Milliarden.

Unterdessen wies Wirtschaftsstaatssekretär Jochen Homann einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ zurück, demzufolge es keinen ernstzunehmenden Kaufinteressenten für den Autobauer Opel geben soll. Das Opel-Management verhandelt derzeit mit der Arbeitnehmerseite über die angestrebten Kosteneinsparungen. die Nachrichtenagentur dpa zitiert Unternehmenskreise, nach denen die Gespräche in der kommenden Woche fortgesetzt werden sollen.

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