Sanierung sorgt für hohen Verlust
Neuer Escada-Chef räumt auf

Der Modekonzern Escada wird erneut umgebaut. Ziel ist es, innerhalb von fünf Jahren zu den weltweit führenden Luxusmarken aufzuschließen. "Weder Umsatz noch Profitabilität sind in den vergangenen Jahren im Kerngeschäft gestiegen", begründete der neue Vorstandschef Jean-Marc Loubier am Donnerstag das Restrukturierungsprogramm.

MÜNCHEN/DÜSSELDORF. Als erste Maßnahme kündigte der Franzose an, acht der insgesamt 420 Läden zu schließen. Auch Stellenstreichungen seien nicht auszuschließen, sagte der Ex-Manager des weltgrößten Luxusgüterkonzerns LVMH. Die Restrukturierung kommt Escada wie auch schon die vorangegangene teuer zu stehen. Nach Angaben von Loubier wird im laufenden Geschäftsjahr ein Verlust von 25 Mill. Euro auflaufen. Die Aktie von Escada fiel um mehr als drei Prozent und war der Tagesverlierer im SDax.

Loubier ist erst seit Ende Mai Vorstandschef von Escada. Sein Vorgänger Frank Rheinboldt hatte den Konzern auf Druck von Großaktionär Rustam Aksenenko nach nur 14 Monaten wieder verlassen. Dem Russen ging die Sanierung nicht schnell genug voran. Dabei war Rheinboldt nicht der Erste, der das Unternehmen umbauen musste. Zuvor hatte schon Firmengründer Wolfgang Ley auf Druck von Investoren ein umfangreiches Sanierungsprogramm aufgesetzt.

Dreh- und Angelpunkt der Restrukturierung sind die Läden, die für die Präsentation margenträchtiger Accessoires wie Taschen und Schuhe zu klein und entsprechend unprofitabel sind. Mit einem jährlichen Umsatz von rund 7000 Euro pro Quadratmeter liegt Escada unter dem Durchschnitt. 12 000 Euro müssen es mindestens sein, um Geld zu verdienen, so lautet die Branchenregel. Louis Vuitton, Prada und Chanel erreichen nach Angaben von Branchenkennern in Deutschland durchschnittlich rund 20 000 Euro. Loubier will mit Escada zumindest auf 16 000 Euro kommen.

Darüber hinaus will Loubier die Konzernbereiche Escada und Primera intern und im Auftritt nach außen trennen. Primera steht mit vergleichsweise günstigen Marken wie Biba für rund ein Drittel des Konzernumsatzes. Nach Einschätzung von Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe ist die organisatorische Trennung die Vorbereitung für einen Verkauf: "Es ist der erste Schritt vor dem zweiten."

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