Sanierung zeigt erste Erfolge
Rhodia stoppt die Erosion beim Umsatz

Der französische Chemiekonzern Rhodia SA hat im zweiten Quartal 2004 den Eindruck von Beobachtern bestätigt, dass er bei seiner Sanierung voran kommt. Vor allem stoppte das Unternehmen die Umsatzerosion, die es während der Monate der drohenden Insolvenz bis Anfang des Jahres verzeichnet hatte.

abo DÜSSELDORF. Dies trug der Aktie des Unternehmens gestern nach der Ergebnisvorlage zunächst deutliche Kursgewinne ein, bevor der Kurs am Nachmittag knapp zwei Prozent unter Vortagesschluss auf rund 1,05 Euro fiel.

Aus Quartalserlösen von 1,4 Mrd. Euro, die hauchdünn über jenen des Vorjahreszeitraums lagen, erwirtschaftete der französische Konzern 77 Mill. Euro Erträge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Wegen des Restrukturierungsaufwandes wies Rhodia allerdings betriebliche Verluste von 35 Mill. Euro aus. Trotz gegenüber der Vorjahresperiode gestiegenen Finanzierungskosten und höheren Steuerzahlungen sorgten Buchgewinne aus den ersten Spartenverkäufen für einen Quartalsüberschuss von 42 Mill. Euro.

Mit diesem Ergebnis lag Rhodia, deren Vorstandschef Jean-Pierre Clamadieu vor kurzem im Handelsblatt seinen Willen zur Unabhängigkeit des Chemiekonzerns bekräftigt hatte, im Rahmen der Erwartungen französischer Analysten. Obwohl der größere Teil der Erlöse aus dem Verkauf der Sparten Lebensmittelzusätze und Phosphate erst im zweiten Halbjahr zufließt, gehen die meisten Analysten davon aus, dass Rhodia im zweiten Halbjahr operative Verluste einfahren und das Jahr mit einem hohen Fehlbetrag abschließen wird.

Zur Stabilisierung des Geschäftes trugen Clamadieu zufolge alle Sparten gleichmäßig bei. Die Nachfrage sei in den USA und Asien deutlich gewachsen. Man habe bei etlichen Produkten die Preise erhöhen können. Allerdings seien die dadurch erzielten Mehreinnahmen vom schwachen Dollarkurs wieder aufgezehrt worden. Rhodia gilt in der Branche als anfällig für Währungsverwerfungen, da es den Hauptteil seiner Kosten in Euro abrechnet, aber mehr als viele Konkurrenten im Dollarraum verkauft.

Als positiv bewerteten Beobachter, dass die Gruppe im zweiten Quartal ihre Schulden um 620 Mill. Euro zurückgeführt hat. Sorgen löste aber der mit fünf Mill. Euro negative Cash-Flow aus. Laut Clamadieu hat der Ende 2003 aufgelegte Sparplan einen Teil der Sanierungskosten finanziert.

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