Sanierungs-Verhandlungen
VW kommt einen Schritt weiter

Die Sanierung der ertragsschwachen Traditionsmarke VW kommt in Gang. Nach dem Auftakt entscheidender Gespräche zwischen Management und IG Metall am Freitag sprachen beide Seiten von einer Annäherung. Die Kernforderung des Unternehmens bleibt aber heftig umstritten.

HB HANNOVER. „Wir sind einen Schritt weitergekommen“, sagte Bezirkschef Hartmut Meine am Freitag im Anschluss an erste Gespräche mit der Geschäftsleitung von VW in Hannover. VW habe Grundzüge eines Konzepts vorgestellt, mit dem eine Auslastung der sechs westdeutschen Werke erreicht werden solle. Die Gewerkschaft werde ihrer großen Tarifkommission daher am Montag vorschlagen, Tarifgespräche mit VW aufzunehmen. Zuvor hatte VW-Personalvorstand Horst Neumann Vorschläge angekündigt, wie durch eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden ohne Lohnausgleich die Beschäftigung in den Werken gesichert werden soll. Enthalten sei auch ein Vorschlag für ein zweites Volumenmodell, dass in dem schwach ausgelasteten Stammwerk in Wolfsburg vom Band rollen soll, sagte Neumann. Das Stammwerk in Wolfsburg, wo das Erfolgsmodell Golf produziert wird, ist nur zu 70 Prozent ausgelastet.

Der Konzern will seine Kernmarke VW sanieren und dazu längere Arbeitszeiten, niedrigere Arbeitskosten und eine stärkere Auslastung der Werke durchsetzen. Die Verhandlungen sollen bei einem positiven Votum der Tarifkommission der Gewerkschaft am 18. September fortgesetzt werden.

Meine machte jedoch deutlich, dass die Gewerkschaft eine Arbeitszeitverlängerung unter den von VW verlangten Bedingungen ablehne. „Eine Erhöhung der Arbeitszeit um 6,2 Stunden wird ohne jeglichen Lohnausgleich nicht gehen“, sagte der Metaller. Er ließ offen, ob die IG Metall zu einer Arbeitszeitverlängerung bei teilweisem Lohnausgleich bereit wäre.

IG Metall fordert neue Job-Garantie

Meine will eine neue Jobgarantie für die VW-Beschäftigten erreichen. Diese solle über 2011 hinaus reichen. Der seit November 2004 geltende Tarifvertrag schließt betriebsbedingte Kündigungen bereits bis Ende 2011 aus.

Neumann, der bei VW auch Arbeitsdirektor ist, äußerte sich angesichts der zunehmenden Konkurrenz japanischer und koreanischer Autobauer in Europa skeptisch zu einer weiteren Arbeitsplatzgarantie. Toyota & Co setzen den europäischen Platzhirschen mit Volkswagen an der Spitze immer stärker durch erschwingliche und im Verbrauch günstigen Modelle zu. „Da müssen wir uns sehr gründlich überlegen, inwieweit wir tatsächlich Sicherheit haben.“

Als Gegenleistung für eine Arbeitszeitverlängerung könnte VW die Arbeitnehmer am Gewinn beteiligen. Der Betriebsrat hat bereits zu erkennen gegeben, dass er dazu bereit wäre. Neumann sagte: „Wenn das Geschäft mäßig läuft, wollen wir Tarif bezahlen. Und wenn das Geschäft gut läuft, dann wollen auch die Belegschaft an dem Erfolg beteiligen.“ Eine erfolgsabhängige Bezahlung werde „wichtiger Teil des Lösungsweges sein“.

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