Sanierungskonzept
Schaeffler-Konzept enttäuscht die Banken

Seit Wochen warten Banken und Politik ungeduldig auf das versprochene Sanierungskonzept der Schaeffler-Gruppe. Dieses ist Voraussetzung für mögliche Staatshilfen. Nun hat der angeschlagene Autozulieferer ein erstes Konzept bei den Gläubigerbanken vorgelegt. Dort ist die Enttäuschung allerdings groß.

MÜNCHEN/FRANKFURT. Denn offenbar enthält das Papier der Schaefflers nur Vorschläge, wie die hohe Verschuldung in einem gemeinsamen Kraftakt reduziert werden kann. Ein langfristigen Plan zur Unternehmensfortführung vermissen die Kreditinstitute aber. "Das ist kein Konzept und sicherlich nicht der große Wurf." Es werde deshalb weiter gewartet - nämlich auf konkrete Ansagen von Schaeffler und die Ergebnisse des Wirtschaftsprüfers von Deloitte.

Eigentümer Georg Schaeffler hatte in einem "Spiegel"-Interview den Eindruck erweckt, dass das Sanierungskonzept fertig sei. Ein Firmensprecher räumte aber heute ein, dass der Vorschlag für eine Gesamtlösung noch aussteht.

"Es gibt einen Vorschlag zur Restrukturierung der Kredite." Wenn darüber mit den Gläubigerbanken Einigkeit herrsche, könne das Teil eines Gesamt-Sanierungskonzeptes sein. Nach Informationen des Handelsblatts wird damit frühestens in einigen Wochen gerechnet.

Die Banken haben der Schaeffler-Gruppe nach Handelsblatt-Informationen bis Ende Mai mit Hilfe einer Zwischenfinanzierung finanziell Luft verschafft für die Erarbeitung des Konzepts. Die Gläubigerbanken sind nicht an einer schnellen Umwandlung ihrer Kredite in Eigenkapital interessiert, da sie in diesem Fall einen guten Teil ihrer Forderungen abschreiben müssten.

Kreditinstitute wie Unternehmen haben die Hoffnung auf einen externen Investor noch nicht aufgegeben. Bisher haben die Gespräche mit potenziellen Interessenten aber noch keine Fortschritte gebracht.

Axel Höpner
Axel Höpner
Handelsblatt / Büroleiter München
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