Sanierungskosten
GM braucht 2,7 Milliarden Euro für Opel

Wochenlang kursierten verschiedene Summen, nun ist heraus, wie viel Geld General Motors (GM) für die Sanierung von Opel in Europa von der deutschen Regierung haben möchte: Der US-Autobauer braucht rund 2,7 Milliarden Euro. Das bestätigte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und sparte nicht mit Kritik.
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HB BERLIN/DETROIT. Aus eigener Kraft wolle GM 600 Mio. Euro stemmen, den Rest der geplanten Gesamtkosten von 3,3 Mrd. Euro sollten die europäischen Steuerzahler beisteuern. GM hatte zuvor der Bundesregierung neue Pläne zur Sanierung von Opel präsentiert.

„Das vorgelegte Papier ist kein Antrag auf staatliche Mittel und kann auch keine Grundlage für eine Prüfung sein. Zu keiner der für die Zukunft von Opel wichtigen Fragen wird in dem Papier eine Antwort gegeben“, kritisierte Brüderle.

Keine Antwort gebe das Papier auf die Frage nach der künftigen Aufstellung von Opel/Vauxhall im GM-Konzern, sagte der Minister. Man erfahre nicht, wie viel eigenen Gestaltungsspielraum Opel zum Beispiel bei der Modellentwicklung haben solle. Auch Aussagen dazu, welche Rolle Opel bei zukunftsträchtigen Technologien, etwa im Bereich der Elektromobilität spielen solle, fehlten.

Berlin kritisiert, dass es bei GM offenbar keine Idee für ein Abschottungskonzept gibt, das den Abfluss europäischer Steuergelder in die USA verhindert. „Das Papier von GM bestätigt ebenso wie der Rücktritt von GM-Chef Henderson, dass es bei GM keine klare Linie gibt“, sagte Brüderle.

GM selbst ist ungeachtet der Opel-Problematik mit sich selbst gut beschäftigt: Mitten in der Sanierung hat der Autobauer seinen Chef ausgewechselt. Verwaltungsratschef Ed Whitacre, ein Vertrauter des US-Präsidenten Barack Obama, übernimmt zunächst selbst das Steuer. Der 68-jährige frühere Telekom-Manager will den schlingernden Autoriesen führen, bis ein Nachfolger für den zurückgetretenen Fritz Henderson gefunden ist. Das kann nach Angaben eines Sprechers noch mehrere Monate dauern. Ob der Chefwechsel folgen für die Opel-Sanierung hat, bleib zunächst unklar.

Whitacre gilt schon seit Monaten als starker Mann bei GM und fuhr Henderson mehrfach in die Parade. So zählte der Verwaltungsratschef von vornherein zu den Gegnern des Opel-Verkaufs an den kanadisch- österreichischen Zulieferer Magna, Henderson zu den Befürwortern. Letztlich obsiegte der von Obama eingesetzte Chefkontrolleur. Der Staat ist Mehrheitseigner und größter Gläubiger von GM.

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