Sanierungsplan von General Motors
„Für Opel bleibt nur eine Möglichkeit“

Der Sanierungsplan von General Motors (GM) stößt beim Automobilexperten Ferdinand Dudenhöffer auf Skepsis. Auch mit dem Plan und weiteren Milliarden der US-Regierung "ist eine Erfolgsgeschichte noch lange nicht sicher. Es fehlt ein neuer Ansatz", sagte der Professor am Institut Center Automotive Research der Universität Duisburg-Essen im Gespräch mit Handelsblatt.com. Er habe Zweifel an der Überlebensfähigkeit des Konzerns. Für Opels Zukunft sieht er nur eine mögliche Lösung.

Handelsblatt.com: Herr Dudenhöffer, General Motors will von der US-Regierung nun 30 Mrd. Dollar statt 13,4 Mrd. Dollar frisches Geld. Im Gegenzug will der einst weltgrößte Autobauer 47 000 Stellen streichen, davon 26 000 in Europa. Was halten sie von dem Sanierungsplan?

Ferdinand Dudenhöffer: Die Ausführungen von Konzernchef Rick Wagoner enthalten überraschend wenig Konkretes zu Europa. Er kämpft seine Schlacht in den USA und sieht sich dort der vorwurfsvollen Frage ausgesetzt, weshalb das Unternehmen mit den Geldern amerikanischer Steuerzahler Opel in Deutschland helfen sollte. GM wirkt wie ein Fass ohne Boden, eine langfristige Strategie fehlt. Es ist fraglich, ob die Milliardenhilfen nachhaltig wirken oder in den nächsten Jahren verpuffen.

Wie beurteilen Sie die Ankündigung, in den USA von den bisher acht Marken nur Chevrolet, Buick, Cadillac und GMC fortzuführen?

Das ist sinnvoll. General Motors hat bisher bei der Positionierung von Marken konzeptionslos agiert. Die Fahrzeuge der GM-Marken haben wenig technische Eigenständigkeit und sind fast ausschließlich rabattgetrieben. Beim derzeitigen Gemischtwarenladen blickt niemand mehr durch. Wenn der Konzern sich von Marken trennen möchte, an denen Fabriken hängen, wird er potenziellen Abnehmern wegen der hohen Sozialkosten Geld dazu geben müssen. Hummer zum Beispiel passt einfach nicht mehr in die Zeit.

Ist General Motors überhaupt überlebensfähig?

Da habe ich Zweifel. Auch mit dem Sanierungsplan und den Regierungsgeldern ist eine Erfolgsgeschichte noch lange nicht sicher. Es fehlt ein neuer Ansatz. GM hat zwei Jahrzehnte lang nur Marktanteile verloren, hat wenig zu bieten, was das Unternehmen von Wettbewerbern abhebt. Und jetzt hat die gesamte Autoindustrie zwei sehr belastende Jahre vor sich.

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