Sanierungsprogramm: Tausende sollen bei Chrysler gehen

Sanierungsprogramm
Tausende sollen bei Chrysler gehen

Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche greift bei der angeschlagenen US-Tochter härter durch als gedacht: 13 000 der insgesamt knapp 95 000 Stellen bei Chrysler werden gestrichen, ein Werk wird geschlossen. Es drohen sogar noch viel tiefgreifendere Einschnitte.

HB/ali AUBURN HILLS. Das Werk Newark im US-Staat Delaware werde bis 2009 geschlossen, teilte der Autokonzern am Mittwoch am Chrysler-Sitz in Auburn Hills bei Detroit mit, genauso wie ein Autoteile-Vertriebszentrum in der Nähe von Cleveland. In drei anderen Werken fallen Schichten weg. Die Produktionskapazitäten sollen um 400 000 Fahrzeuge reduziert werden.

Die jetzt bekannt gegebene Stellenstreichung geht über das hinaus, was Analysten erwartet hatten. In Medienberichten war zuletzt von 8 000 bis 10 000 Arbeitsplätzen die Rede, die wegfallen könnten. Dafür waren Beobachter von zwei Werken ausgegangen, die geschlossen werden.

In Newark produzieren 2 100 Mitarbeiter unter anderem die Geländewagen Dodge Durango und Chrysler Aspen. Die Produktpalette von Chrysler hat traditionell einen Schwerpunkt bei Pick-up-Trucks und Geländefahrzeugen. Doch wegen der gestiegenen Treibstoffpreise geben inzwischen auch immer mehr Amerikaner beim Neuwagenkauf sparsameren Modellen den Vorzug und lassen die Spritfresser beim Händler stehen. Künftig will Chrysler deshalb verstärkt kleinere und spritsparende Fahrzeuge auf den Markt bringen.

Dank aller Maßnahmen soll der drittgrößte Autobauer der USA 2008 wieder schwarze Zahlen schreiben. Erstmal kostet der Umbau jedoch viel Geld: Die Restrukturierungskosten betragen alleine in diesem Jahr bis zu 1 Mrd. Euro.

Nach einer Aufsichtsratssitzung erklärte Konzernchef Zetsche, um das Sanierungsprogramm zu „unterstützen und zu beschleunigen“, prüfe man weitere strategische Optionen, wobei man keine Option ausschließe. „Unser Ziel ist, die bestmögliche Lösung für die Chrysler Group wie auch für Daimler-Chrysler zu finden.“ Damit wird auch ein Verkauf der Tochter nicht mehr ausgeschlossen oder die Einbringung in eine Partnerschaft mit einem anderen Autobauer.

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