Sanierungsversuch gescheitert
Nähmaschinenhersteller Pfaff meldet Insolvenz an

Die Münchener Beteiligungsfirma GCI Management hat den Industriemaschinenhersteller Pfaff in die Pleite geschickt. Die Verhandlungen über eine Rettung des Kaiserslautener Traditionsunternehmens seien am Donnerstag gescheitert, teilte Pfaff mit.

HB FRANKFURT. Während sich die Gläubiger, die Arbeitnehmervertreter und die Geschäftsführung über einen Sanierungsplan einig gewesen seien, hätten die Investoren die Gespräche platzen lassen.

Die Gläubiger hätten sich bereiterklärt, auf mehr als 20 Mill. Euro an Forderungen zu verzichten. „Das - insbesondere in Asien - schwierige Marktumfeld, der hohe Kapitalbedarf und die Sanierungssituation führten dazu, dass die interessierten Investoren von einem Engagement Abstand genommen haben“, teilte Pfaff mit. Das Sanierungskonzept habe vorgesehen, die Angebotspalette radikal zu durchforsten, eine neue Produktfamilie auf den Markt zu bringen sowie den Bereich Schweißmaschinen auszubauen.

In Kaiserslautern arbeiteten zuletzt noch rund 400 Menschen am Stammsitz. Einst waren es mehrere Tausend Beschäftigte. Die Billigkonkurrenz aus Asien hat der Traditionsmarke immer schwerer zugesetzt. Auch eine massive Schrumpfkur, die Aufgabe des Geschäfts mit Haushaltsnähmaschinen vor Jahren und der damit verbundene Neuanfang konnten den Zerfall letztlich nicht aufhalten.

Pfaff gehört mehrheitlich GCI Management, dessen Aktie am Donnerstag um knapp zwölf Prozent auf 0,82 Euro einbrach. Die Pfaff-Papiere verloren im Freiverkehr fast 40 Prozent an Wert. GCI hatte vergeblich versucht, seine Anteile rechtzeitig abzustoßen. Die Beteiligung sei inzwischen abgeschrieben, die Pleite habe keine Auswirkungen auf die Bilanz mehr, teilte die Firma mit. Der Kollaps von Pfaff ist die zweite Pleite einer GCI-Tochter binnen acht Tagen. In der vergangenen Woche hatte bereits der Autozulieferer Wilisch & Sohn mit 480 Mitarbeitern Gläubigerschutz beantragt.

GCI sieht sich selbst durch die Insolvenzen nicht gefährdet. Das Unternehmen stehe nicht vor Liquiditätsproblemen, hieß am Donnerstag in einer im Internet veröffentlichten Stellungnahme. Das Management selbst ist seit Tagen nicht zu erreichen.

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