Sanofi-Angebot erneut zurückgewiesen
Aventis lässt die Muskeln spielen

Mit dem Verkauf von Firmenteilen und dem Rückkauf eigener Aktien in Milliardenhöhe rüstet sich der Pharmakonzern Aventis gegen die feindliche Übernahmeattacke von Sanofi-Synthélabo. Dabei stützt sich das deutsch-französische Unternehmen auf unerwartet hohe Gewinne im Kerngeschäft. Die Ankündigung neuer Medikamente und der Verkauf von älteren, wachstumsschwachen Produkten sollen zudem unschlüssige Investoren von den Vorteilen der Eigenständigkeit überzeugen.

HB LONDON. „Die heute vorgelegten Ergebnisse belegen, dass die Sanofi-Offerte Aventis fundamental unterbewertet,“ sagte Aventis-Chef Igor Landau am Donnerstag. Eine Fusion mit Sanofi wäre ein deutlicher Schritt rückwärts. Für das laufende Jahr stellte der Konzern ein Umsatzwachstum von sechs bis sieben Prozent in Aussicht sowie eine Steigerung des Gewinns je Aktie von rund 15 %. An der Pariser Börse büßten Aventis-Aktien bis zum Mittag leicht 0,5 % auf 61,80 € ein.

Der Reingewinn aus dem Kerngeschäft sei 2003 um 17,5 % auf 2,44 Mrd. € geklettert, teilte das Unternehmen mit. Dies entsprach einem 18,6-prozentigen Zuwachs beim Gewinn je Aktie auf 3,11 €, womit Aventis innerhalb der Schätzungen der Analysten lag. Der französische Wettbewerber Sanofi hatte vorige Woche eine Übernahmeofferte im Volumen von damals rund 48 Mrd. € für die - gemessen am Umsatz - etwa doppelt so große Aventis vorgelegt. Das Management des erst 1999 aus der Fusion der ehemaligen Rhone-Poulenc und der Hoechst AG enstandenen Konzerns hatte die Offerte bereits mehrmals als zu niedrig zurückgewiesen. Mit einem Zusammenschluss entstünde der weltweit drittgrößte Branchenvertreter nach dem US-Branchenprimus Pfizer und der britischen Glaxo Smith Kline. Das Sanofi-Management hatte unlängst gesagt, es sehe keinen Grund, die Offerte zu erhöhen.

Für das Jahr 2003 weise Aventis zum vierten Mal in Folge ein hohes Ertragswachstum aus, sagte Landau. „Wir haben damit eine solide Grundlage für die Zukunft geschaffen.“ Angesichts des starken Euro sowie sich abschwächender Umsätze des verkaufsstarken Allergiemittels Allegra sank der Umsatz im Kerngeschäft im vergangenen Jahr allerdings auf 16,79 Mrd. € von zuvor 17,59 Mrd. €. Neuere Produkte zeigten hingegen eine positive Wachstumsentwicklung.

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